PISA-Studie: Bitte nicht so einseitig!
Fraktionserklärung der GRÜNEN vom 14. September 2026, vorgetragen von Wilma Willi, Kantonsrätin.
In der Fraktionserklärung von Marc Bourgeois wurde die PISA-Studie äusserst einseitig ausgelegt. Bewusst hat er dabei unterschlagen, dass erstmals der Kompetenzbereich des Problemlösens erhoben. Gerade in diesem Bereich der Problemlösekompetenzen zeigten unsere Schülerinnen und Schüler ein überdurchschnittliches Ergebnis von 520 Punkten. Der OECD-Durchschnitt liegt lediglich bei 500 Punkten liegt.
Im Lehrplan 21 werden fächerübergreifende Kompetenzen gefördert und hat dieser Effort hat sich nun deutlich und sehr positiv im PISA-Ergebnis niedergeschlagen. Unsere Jugendlichen werden den fächerübergreifenden Kompetenzen sehr gut für die Zukunft ausgerüstet. Denn diese Kompetenzen tragen dazu bei, dass Menschen später auch beruflich selbstständig und agil in der Arbeitswelt bewegen können. Dies ist übrigens durch viele wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt.
Einen weiteren positiven Aspekt des PISA_Berichs möchte ich hervorheben: In der Hauptdomäne Naturwissenschaften erreichen unsere Jugendlichen ein sehr gutes Resultat. Sie erzielten 501 Punkte, während der OECD-Durchschnitt bei 482 Punkten liegt. In dieser Hauptdomäne wurden zusätzlich die individuellen Merkmale untersucht. Dabei zeigen sich in der Schweiz keine signifikanten Geschlechterunterschiede. Geschätzte Anwesende, das sind sehr gute Neuigkeiten.
Klammerbemerkung: Die Leistungen in Mathematik: Mit 499 Punkten – gegenüber einem OECD-Durchschnitt von 463Punkten – gehört die Schweiz zu den Ländern mit sehr guten Ergebnissen und wird nur von drei OECD-Ländern übertroffen. Auch beim Lesen liegen die Schweizer Schülerinnen und Schüler mit 470 Punkten signifikant über dem OECD-Durchschnitt von 461 Punkten.
Was uns ebenfalls interessieren muss, ist die IKT-Nutzung innerhalb und ausserhalb der Schule. Dazu wissen wir in der Tat noch sehr wenig. Die Nutzung künstlicher Intelligenz, also KI wurde ebenfalls eruiert: Jugendliche in der Schweiz nutzen KI statistisch signifikant häufiger für schulische Aktivitäten als Jugendliche im OECD-Durchschnitt.
Und nun noch zur Chancengleichheit: Da hapert es immer noch. Der soziale Hintergrund darf nicht eine derart signifikante Rolle spielen. Die Kinder, die wir nicht früh genug abholen und fördern und die dadurch ihr Leben lang hinterherhinken, dürfen wir so nicht hinnehmen. Hier besteht noch effektiv Luft nach oben.
Und genau da müssen und sollen wir unbedingt ansetzen.
Selbstverständlich muss es unser Ziel sein, dass unsere Schule sich im PISA-Ranking weiter verbessern. Es für uns daher unverständlich, dass die Bürgerlichen offensiv den Lehrpersonal-Kompriss bekämpfen, über den die Bevölkerung am 27. September abstimmt. Mehr Stunden für die Arbeit mit der Klasse, mehr Stunden also für die Kernaufgaben unserer Lehrpersonen, ist das was wir für die Qualität im Schulbetrieb jetzt nötig ist. Wer eine weitere Verbesserung an unseren Schulen wünscht, muss hier ansetzen und den Lehrpersonen die Zeit geben, die sie für die Arbeit mit der Klasse effektiv brauchen.