PFAS in Zürcher Milch: Vorsorgeprinzip ernst nehmen!
Die GRÜNEN Kanton Zürich sind besorgt, dass in einem relevanten Anteil der durch den Kanton untersuchten Milchproben signifikante Rückstände von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) nachweisbar sind. Die Schlussfolgerung der Zürcher Regierung, es bestehe «keine akute Gesundheitsgefährdung», greift zu kurz und blendet die langfristigen Risiken der sogenannten Ewigkeitschemikalien aus.
In über einem Zehntel der Milchproben von Zürcher Bauernbetrieben lagen die PFAS-Werte über den von der EU empfohlenen Richtwerten, wobei PFAS in vielen weiteren Proben nachgewiesen worden sind. Das weist auf ein strukturelles Umweltproblem hin. PFAS sind extrem beständig und verbreiten sich über Böden, Wasser und Futtermittel – ihre Quellen liegen oft Generationen zurück und sind schwer zu beseitigen. Exemplarisch zeigt sich dies darin, dass in den Milchproben die bereits 2011 verbotene Substanz PFOS nachgewiesen wurde.
Die GRÜNEN sind der Ansicht, dass das Verursacherprinzip hier konsequent anzuwenden ist: Wer PFAS in Umlauf gebracht hat, muss sich an den Kosten für Sanierung und künftiges Monitoring beteiligen.
Gesundheitsrisiken werden unterschätzt
Die GRÜNEN kritisieren, dass die gesundheitlichen Risiken von PFAS in der Kommunikation der Regierung heruntergespielt werden. «Wissenschaftliche Studien zeigen klar, dass PFAS mit gesundheitlichen Problemen in Verbindung stehen», sagt Kantonsrat und Gesundheitsexperte Benjamin Walder. Dazu gehören verminderte Immunantworten auf Impfungen, Lebertoxizität, hormonelle Störungen, Entwicklungsbeeinträchtigungen oder erhöhte Cholesterinwerte.[1] «Aufgrund der zunehmenden Umweltbelastung durch PFAS wird die gesundheitliche Relevanz dieser Stoffe weiter zunehmen», ist Walder überzeugt.
Besonders betroffen sind vulnerable Gruppen wie Kinder, Schwangere und Säuglinge. Eine deutsche Studie zeigt, dass Milch und Käse gerade bei Kindern zu überhöhten Werten führen können.[2] Verarbeitete Milchprodukte weisen aufgrund ihres höheren Fettgehalts oft höhere Belastungen auf als Rohmilch. Dies wird im Monitoring nicht berücksichtigt. Für die GRÜNEN ist klar: Das PFAS-Monitoring muss jetzt auf weitere Produkte ausgedehnt werden.
PFAS-Einträge reduzieren!
PFAS sind ein langfristiges Umwelt- und Gesundheitsproblem, das entschlossenes politisches Handeln erfordert. Die GRÜNEN setzen sich dafür ein, dass der Schutz von Mensch und Umwelt endlich Vorrang vor kurzfristigen Interessen erhält. Jetzt braucht es verbindliche PFAS-Grenzwerte vom Bund. Die GRÜNEN werden sich aktiv für die Reduktion der PFAS-Einträge starkmachen. Ebenso wichtig ist, dass Lösungen für die betroffenen Landwirtinnen und Landwirte gefunden werden.
[1] Khanashyam AC, Kanwal S, Laosam P, et al.: Perfluoroalkyl and Polyfluoroalkyl Substances Contamination in Dairy. In: The Science of the Total Environment (2025). – Yeoh CSL, Alrazihi LA, Wong ST, Wong SF: Per- And Poly-Fluoroalkyl Substances (PFAS) and Human Health. In: Environmental Toxicology and Chemistry (2025). – Knutsen HK, Alexander J, Barregård L, et al.: Risk to Human Health Related to the Presence of Perfluorooctane Sulfonic Acid and Perfluorooctanoic Acid in Food. In: EFSA Journal. European Food Safety Authority (2018).
[2] Koenig P, Brand B, Hamscher G, Stahl T.: Development, Optimization and Validation of a Highly Sensitive and Selective Method for the Determination of PFAS in Animal-Based Food. In: Chemosphere (2025). – Souza MCO, Domingo JL: Levels of Per- And Polyfluoroalkyl Substances (PFAS) in Foodstuffs. In: Food Research International (2025).