Mit der «Wohneigentums-Initiative» möchte der HEV Zürich zwei Wohnformen gegeneinander ausspielen. Die Initiative gibt zwar vor, selbstgenutztes Wohneigentum zu fördern, was angesichts der tiefen Quote von 27% im Kanton Zürich durchaus nachvollziehbar wäre. Doch wenn es dem HEV Zürich damit ernst gewesen wäre, hätte er die Förderung von Wohneigentum in der Initiative nicht von der Förderung von Genossenschaftswohnungen abhängig gemacht, sondern als eigenständiges Anliegen formuliert. So aber wird die Absicht klar: Es geht darum, den genossenschaftlichen Wohnungsbau, das heisst das kollektiv genutzte Eigentum, auszubremsen.

Im Kern: Wenn Kanton oder Gemeinden Land im Baurecht an Genossenschaften abgeben, müsste gemäss Initiative die gleiche Fläche für selbstgenutztes Wohneigentum bereit gestellt werden. Und werden Genossenschaften mit Darlehen gefördert, muss das im selben Umfang für selbstgenutztes Wohneigentum geschehen. Erstellt der Staat aber selber Wohnraum, müsste er die Hälfte zu guten Konditionen für Wohneigentum abgeben. Eine solch starre Verknüpfung wird den Situationen in den verschiedenen Gemeinden kaum je gerecht, sondern schadet nur. Die Initiative ist klar abzulehnen.