Hitze und Dürre 2026 – Jetzt braucht es Zusammenarbeit und entschiedenes Handeln!
Fraktionserklärung der GRÜNEN vom 17. August 2026, vorgetragen von Thomas Forrer, Fraktionspräsident und Kantonsrat.
Auf die Klimawissenschaft ist Verlass. Was die Forscherinnen und -forscher seit zwanzig Jahren vorhersagen, tritt jetzt ein. Die Durchschnittstemperatur ist in der Schweiz bereits um 3 Grad angestiegen und die Extremwetterereignisse nehmen zu: Dieses Jahr erfahren wir die extremste Hitze und Trockenheit seit Jahrhunderten. Im Hitzesommer 2018 haben wir 15 Hitzetage gezählt, bis dato sind es dieses Jahr 39! Durchschnittlich fallen im Kanton Zürich zwischen 1100–1400 mm Niederschlag pro Jahr, dieses Jahr sind es z.B. in Zürich erst 370 mm!
Die Folgen sind einschneidend und unübersehbar:
- Futterweiden und Äcker sind ausgetrocknet, Kühe und Rinder müssen geschlachtet werden
- gravierende Ernteausfälle sind zu erwarten
- Obstbäume verdorren, im Wald sterben ganze Baumbestände
- Flüsse, die noch nie ausgetrocknet waren, führen kein Wasser mehr (Reppisch), die Fische sind tot
- die Grundwasservorräte werden massiv überbeansprucht
- die Menschen leiden unter Extremhitze, im Juni sind 15% mehr Menschen gestorben als in den Jahren davor
- die Arbeitsproduktivität ist massiv zurückgegangen – es entstehen volkswirtschaftliche Kosten in Milliardenhöhe
- flussgekühlte AKW müssen abgeschaltet werden
- Ökosysteme drohen zu kippen mit irreversiblen Folgen
Und der Umweltminister, Bundesrat Rösti? Er reibt sich die Augen und gibt sich überrascht.
Doch wir Grüne, wir sind nicht überrascht. Seit Jahrzehnten fordern wir den Ausstieg aus den fossilen Energien und verlangen Massnahmen zur Kühlung der Städte, Rettung unserer Flüsse und Wälder sowie Massnahmen für eine resiliente Landwirtschaft. Wir sind sehr bereit, den Bauern und Bäuerinnen auf der Gegenseite die Hand zu reichen – doch wir erwarten auch ein Bekenntnis zum Klimaschutz.
Bis heute hat die SVP nahezu alle Klimaschutzmassnahmen abgelehnt. Und die FDP kann sich oft nicht entscheiden und schliesst sich dann der SVP an. Geändert haben sich nur die Ausreden fürs Nichtstun. Das führt zu immer höheren Kosten. Dieser Hitzesommer 2026 wird nicht einmalig sein. Die Temperaturen werden so lange weiter steigen, bis endlich der weltweite Ausstoss auf Netto-Null gebracht worden ist.
Wir rufen alle politischen Lager zur Zusammenarbeit auf, denn die Klimaerwärmung betrifft uns alle und kostet uns alle.
Was es jetzt braucht:
- es braucht eine Strategie, um ältere und vulnerable Menschen besser gegen Hitze zu schützen
- es braucht Hitzeschutz für die arbeitende Bevölkerung, z.B. angepasste Arbeitszeiten
- es braucht eine Strategie für eine hitzeresiliente Landwirtschaft – denn am Ende geht es um unsere Ernährungssicherheit
- die Aspekte von Hitze und Dürre müssen zwingend in die Wasserstrategie mit aufgenommen werden
- es braucht eine Neubeforstung unserer Wälder und eine Wiedervernässung von Waldfeuchtgebieten
- in den Gemeinden sind die Massnahmen für eine «klimaangepasste Siedlungsentwicklung» dringendst umzusetzen
Als reiches Land muss die Schweiz aber auch zeigen, dass ein zügiger CO2-Ausstieg machbar und bezahlbar ist.
- der Heizungsersatz im Kanton Zürich läuft gut. Er kann aber noch beschleunigt werden.
- beim Verkehr braucht es jetzt besondere Anstrengungen – hier läuft von Seiten der Volkswirtschaftsdirektion wenig bis gar nichts! Reduktion des MIV und Elektrifizierung desselben sind zu priorisieren. Und es wird zu viel geflogen!
- die PI Hasler «Energiegesetz 2050» ist in der KEVU rasch zu beraten, um den Gemeinden die nötigen Instrumente an die Hand zu geben
- die Dekarbonisierung der Industrie ist voranzutreiben und die Kreislaufwirtschaft, zu der die Bevölkerung mit 90% Ja gesagt hat, ist zügig umzusetzen
Geschätzte Anwesende, es braucht jetzt Zusammenarbeit und entschiedenes Handeln: So können wir uns und den kommenden Generationen gravierende Schäden und hohe Kosten ersparen.