«Queere und trans Menschen müssen heute vor üblen Konversionspraktiken geschützt werden und nicht erst in fünf bis zehn Jahren», sagt Florian Heer, Kantonsrat der GRÜNEN, Verfasser und Erstunterzeichner des Vorstosses, der das Konversionsverbot einführen will. „Es ist inakzeptabel, dass die konservativen Parteien im Kantonsrat ihre wahltaktischen Manöver über den Schutz von queeren und trans Menschen stellen.»

Hinter verschlossener Tür ausgebremst
Ohne die Sistierung in der Geschäftsleitung wäre es noch vor den Zürcher Kantonswahlen im April 27 zur Debatte im Kantonsrat gekommen. «Jetzt wurde der Vorstoss hinter verschlossener Tür ausgebremst. Die Sistierung hat ein wahltaktisches Geschmäckle», sagt Florian Heer. «Offenbar wollen die konservativen Parteien – EVP, Mitte, FDP und SVP – einer Debatte aus dem Weg gehen.»

Unentschlossenes Signal an Bundesbern
Eine funktionierende kantonale Lösung hätte ein klares Zürcher Zeichen nach Bundesbern geschickt. Die Sistierung signalisiert Unentschlossenheit. Und eine rasche Bundeslösung ist nicht absehbar, denn die entsprechend Botschaft des Bundesrates ist äusserst vage und lässt weder einen klaren Plan noch eine zeitliche Perspektive erkennen.

Konversionspraktiken verursachen Leid und gefährden Betroffene
Konversionspraktiken zielen darauf ab, die sexuelle oder romantische Orientierung oder die Geschlechtsidentität einer Person gezielt zu verändern, bzw. zu unterdrücken. Dabei verursachen sie nachweislich grosses Leid. Besonders gefährdet sind queere und trans Menschen, die noch minderjährig sind und sich in starken Abhängigkeitsverhältnissen befinden.

Für die GRÜNEN ist klar: Jetzt braucht es zusätzlichen Druck. Es kann nicht sein, dass solch diskriminierende und verletzende Praktiken in unserem Kanton weiterhin zulässig bleiben.