Hitzeschutz – Jetzt einen kühlen Kopf bewahren und handeln!
Fraktionserklärung der GRÜNEN vom 29. Juni 2026, vorgetragen von Benjamin Walder, Kantonsrat.
Ich beginne die Fraktionserklärung der GRÜNEN mit einem Ei. Ein Ei besteht aus Wasser, Fett und Proteinen. Was passiert, wenn ein Ei erhitzt wird? Die darin enthaltenen Proteine denaturieren und die Konsistenz verändert sich irreversibel. Auch wenn das Ei wieder abgekühlt ist, bleibt es hart.
Auch unser Gehirn besteht aus Wasser, Fett und Proteinen. Und wenn sich unser Gehirn und unser Körper zu stark erhitzen, drohen auch da irreversible Schäden.
Mit diesem sehr anschaulichen Vergleich zeigt der deutsche Arzt und Komiker Eckart von Hirschhausen auf, worum es bei der Bekämpfung des Klimawandels wirklich geht. Um unsere Gesundheit, denn Hitze ist ein Gesundheitsrisiko! Hitze fordert Menschenleben – gefährdert sind insbesondere ältere Menschen, Kleinkinder, chronisch Kranke und all jene, die draussen arbeiten oder in schlecht isolierten Wohnungen leben.
Untersuchungen des Bundes zeigen, dass an Hitzetagen schon heute die Zahl der Notfallbehandlungen steigt und Spitäler mit einer höheren Belastung rechnen müssen. Ohne wirksamen Klimaschutz und ohne Anpassungsmassnahmen wird sich die Zahl hitzebedingter Todesfälle in den nächsten Jahrzehnten massiv erhöhen. Die WHO sprach bereits letzte Woche allein in Europa von 1300 Hitzetoten.
Hitzewellen sind keine aussergewöhnlichen Wetterereignisse mehr: Die zunehmende Häufigkeit ist ein Effekt der Klimaerwärmung. Hitzewellen belasten uns Menschen, unsere Gesellschaft und Wirtschaft in einem Ausmass, das wir nicht länger ignorieren können. Die Produktivität sinkt. Ernten fallen geringer aus, der Energiebedarf steigt. Versicherungen warnen bereits davor, dass Hitze zu einem systemischen Risiko für die Widerstandsfähigkeit unseres Landes wird.
Jeder Franken, den wir heute in grüne Quartiere und Dorfkerne, entsiegelte Flächen, bepflanzte Schattenplätze oder die energetische Sanierung von Gebäuden investieren, spart morgen ein Vielfaches an Gesundheitskosten, Produktivitätsverlusten und Schäden in der Natur. Konsequente CO2-Reduktion und Anpassungsmassnahmen an die Klimaerwärmung sind deshalb keine Luxusausgaben, sondern gesellschaftliche und wirtschaftliche Vernunft.
Wir GRÜNE stehen für eine Politik, die Verantwortung übernimmt – gegenüber den Menschen, die heute unter der Hitze leiden, gegenüber der Wirtschaft, die sich auf neue klimatische Bedingungen einstellen muss, und gegenüber den kommenden Generationen.
Die Klimakrise ist längst keine abstrakte Zukunftsfrage mehr. Sie liegt auf unseren aufgeheizten Strassen. Sie belastet unsere Spitäler. Und sie kostet unsere Volkswirtschaft Jahr für Jahr mehr Geld. Alleine für den Kanton Zürich sprechen wir hier von mehreren hundert Millionen Franken – pro Jahr.
Aus diesem Grund werden wir GRÜNE heute ein Paket an Vorstössen zum Thema einreichen. Wir danken Ihnen für die wohlwollende Prüfung.
Jetzt braucht es entschlossenes Handeln – mit einem konsequenten Ausstieg aus Erdöl und Ergas, mit einer klugen Klimaanpassung und mit einer Politik, die Gesundheit, Wirtschaft und Natur gemeinsam denkt.