Bessere Wege, die Wut der Jugend in die Öffentlichkeit zu tragen
Fraktionserklärung der GRÜNEN vom 26. Oktober 2026 zu den Ausschreitungen vom Samstag, vorgetragen von Sabine Arnold.
Wir verurteilen die Ausschreitungen von Samstagnacht im Langstrassenquartier aufs Schärfste, die erhebliche Sachschäden und ein grosses Polizei- und Feuerwehraufgebot zur Folge hatten.
Es ist keine Demo und es enthält keine Botschaft, wenn man sich trifft, um Samstagnacht Dinge anzuzünden und zu zerstören.
In linksautonomen Kreisen war im Vorfeld dazu aufgerufen worden, die «Wut der Jugend» auch in Zürich auf die Strasse zu bringen. Die Initianten wollten sich damit angeblich der europaweiten Protestwelle der vergangenen Wochen anschliessen.
Wäre es den Randalierern tatsächlich um politische Inhalte gegangen, hätten sie den Start nicht auf 23 Uhr angesetzt, sondern auf eine Zeit, wo eine grosse Menschengruppe sich zu einer friedlichen Kundgebung hätte zusammenfinden können.
Unsere Jugend hat weniger Grund wütend zu sein als z. B. jene in Frankreich. Unsere Schulen, die Berufsbildung und die Hochschulen sind in einem besseren Zustand. Wir Grünen teilen hingegen Sorgen wie steigende Lebenshaltungskosten, soziale Ungleichheit, militärische Aufrüstung und gleichzeitigtes Sparen beim Klimaschutz, Bildung und Gesundheit.
Um diese Anliegen in die Öffentlichkeit zu bringen und Lösungen anzustossen, gibt es jedoch bessere Wege.
Ein Weg könnte sein, einer Jungpartei beizutreten und sich zur Wahl aufstellen zu lassen. Die Jungpolitiker*innen in unserem Rat zeigen immer wieder, dass auch die Anliegen von jungen Menschen überparteiliche Unterstützung erhalten. Denken wir ans kürzlich eingereichte Postulat 404/2026 von SP, Grünen, Mitte, AL und GLP, das bezahlbaren Wohnraum für Menschen in Ausbildung fordert.
Ein anderer Weg bleibt das gewaltfreie Demonstrieren. Demonstrationen sind eine Möglichkeit, Anliegen ausserhalb der institutionellen Politik wortwörtlich auf die Strasse zu tragen. Sie dürfen dies auch laut und schrill tun oder andere Menschen nerven. Sie dürfen jedoch nicht zu Gewalt aufrufen.
Es ist unser aller Aufgabe, die Gewaltspirale nicht weiter anzuheizen. Die Sorgen von jungen Menschen sollten nicht instrumentalisiert werden – weder für sinnlose Gewaltexzesse noch für billige Wahlpropaganda.