Zwischen 10 und 38 Milliarden: Was uns der Klimawandel jährlich kostet
Fraktionserklärung der GRÜNEN vom 26. Oktober 2026, vorgetragen von Thomas Forrer, Fraktionspräsident.
Mit Zufriedenheit durften wir letzte Woche zur Kenntnis nehmen, dass unser Rat bereit war, das dringliche Postulat der Klima-Allianz „Volkswirtschaftliche Kosten des Hitzesommers“ diskussionslos zu überweisen. Das zeigt, dass das Bewusstsein für die Folgen des Klimawandels und für die Notwendigkeit von Klimamassnahmen auch auf der rechten Seite zugenommen hat.
Weit davon entfernt ist Umweltminister Albert Rösti in Bern: Das Bundesamt für Umwelt, das ihm untersteht, gab zwar eine teure und wegweisende Studie mit Titel „Kosten von ausgewählten Klimarisiken“ in Auftrag, doch BR Rösti liess die Studie vor zwei Wochen maximal diskret aufschalten, ohne Medienmitteilung oder Pressekonferenz. Selbst den Studienverfassern – Ernst, Basler und Partner (heute EBP) – wurde untersagt, zur Studie Stellung zu nehmen, und hätte „Echo der Zeit“ von SRF darüber nicht berichtet, wäre das alles wohl untergegangen. Naiv wäre es nach diesem Hitzesommer zu glauben, dass dahinter keine politische Absicht steht.
Die Studie besagt folgendes: Sollte global keine merkliche Reduktion des CO2-Ausstosses erfolgen und sollte die Schweiz keine Klima-Anpassungsmassnahmen umsetzen, wären die volkswirtschaftlichen Kosten maximal hoch. Die Studie ermittelt für die Zeit ab 2060 durchschnittliche Schadenskosten von 24 Milliarden Franken pro Jahr. Am höchsten sind die Kosten in der Gesundheit, gefolgt von der Kühlenergie, Arbeitsleistung Wintertourismus, Wasserversorgung, Personen- und Sachschäden. Doch die Klimakosten kommen eigentlich höher zu stehen, nämlich auf 38 Mrd. Franken, wenn alle Bereiche berücksichtigt werden, wie das BAFU gegen über dem Walliser Boten bestätigte. Das BAFU rechnet bereits bis 2050 mit Klimakosten von rund 4% des Brutto-Inlandproduktes, wenn sich global betreffend Treibhausgase zu wenig ändert.
Gelingt es hingegen, global die Treibhausgas-Emission bis 2050 sehr deutlich zu senken, treten auch weniger Klimaschäden in der Schweiz auf: Die Studie rechnet dann aber immer noch mit volkswirtschaftlichen Kosten von mindestens 10 Milliarden Franken jährlich. Das zeigt, dass wir in der Schweiz ein sehr grosses Interesse daran haben müssen, dass die CO2-Emissionen weltweit gesenkt werden – und deshalb müssen wir als kleines Land vormachen, dass dies uns auch ernst ist. Das gilt auch für den Kanton Zürich. Wer aus politischem Opportunismus die Notwendigkeit des Klimaschutzes verneint, spielt ein sehr gefährliches Spiel.
Denn die UNO hat gerade diese Woche prognostiziert, dass auf dem gegenwärtigen Absenkpfad, das Weltklima sich bis Ende Jahrhundert nicht um 2.5 Grad, sondern um 2.8 Grad erhöhen würde. Und wie Inger Andersen, Direktorin des UNO-Umweltprogramms sagte, erhöht jeder Bruchteil eines Grades über 1.5 Grad das Risiko für tödliche Fluten, Hitzewellen und Waldbrände, wie sie 2026 sehr viele Länder erlebt haben.
Sie verstehen jetzt hoffentlich auf der rechten Seite, warum Klimaschutz so wichtig ist. Jedes zehntel Grad mehr versursacht für unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft gravierende Kosten. Wir fragen Sie: Wer soll am Ende die Kosten fürs Nichtstun bezahlen? Unsere Kinder? Unsere Kindeskinder? Und es soll niemand sagen, wir seien im Kanton Zürich zu klein für Klimaschutz. Als finanzstärkster Kanton und wichtiger internationaler Finanzplatz gibt es bei uns grosse Hebel. Handeln wir also jetzt und führen wir den Ausstieg aus den fossilen Energien möglichst rasch herbei!