PFAS-Reduktion: Der Bund plämperlet, jetzt braucht es kantonale Lösungen
Fraktionserklärung der GRÜNEN vom 21. September 2026, vorgetragen von Benjamin Krähenmann, Kantonsrat.
Eigentlich wären nationale Lösungen gegen die PFAS-Verschmutzung dem kantonalen Weg vorzuziehen, doch was in Bundesbern gerade passiert, schafft kein Vertrauen. Soeben hat der Ständerat eine Motion durchgewunken, die die von der EU übernommenen PFAS-Grenzwerte wieder ausser Kraft setzen will (26.3897 Motion Würth). Am gleichen Tag hat der Ständerat auch eine Deklarationspflicht für PFAS in Lebensmittel- und Alltagsprodukten abgelehnt (25.3902 Motion Vincenz-Stauffacher). Die Konsument:innen sollen also nicht erfahren, welche schädlichen Substanzen sie beim Essen unter Umständen einnehmen.
Hackfleisch mischen statt PFAS reduzieren?
Höchst fragwürdig ist auch, wie der Bund mit PFAS in Lebensmitteln vorerst umgehen will: PFAS-haltige Rohprodukte sollen einfach mit anderen gemischt werden, damit der PFAS-Gehalt sinkt (VL 2026/45). In einem Burger könnte man in Zukunft das gemischte Fleisch von verschiedenen Tieren essen, mit gerade so viel PFAS drin, wie der Bund noch vertretbar findet.
Klar ist: Es gibt offensichtlich keinen breit abgestützten Willen in Bern, etwas gegen die gesundheits- und naturschädigenden Ewigkeitschemikalien tun. Deshalb müssen wir im Kanton Zürich das Heft selbst in den Hand nehmen. Solange der Bund punkto PFAS derart plämperlet, müssen wir im Kanton die Massnahmen vorantreiben, die in unserer Kompetenz stehen.
PFAS: Grüne lassen nicht locker!
Bereits vor einem halben Jahr haben wir GRÜNE folgende PFAS-Massnahmen in einem Vorstoss-Paket vorgeschlagen:
- Solange der Bund keine PFAS-Deklarationspflicht einführt, verlangen wir von der Gesundheitsdirektion eine echte und wirksame Informations- und Sensibilisierungskampagne, mit der die Bevölkerung aktiv über PFAS-haltige Produktegruppen aufgeklärt wird (Postulat 134/2026)
- Da der Bund keine fixen Grenzwerte erlässt und sich zu keinen Massnahmen gegen den PFAS-Eintrag durchringen kann, verlangen wir für den Kanton Zürich einen Masterplan PFAS: Damit die Freisetzung der Ewigkeitschemikalien bei uns rasch reduziert wird (Motion 122/2026).
- Drittens verlangen wir vom Kanton Unterstützung für PFAS-belastete Landwirtschaftsbetriebe: Es braucht Entschädigungen und Planungssicherheit für Landwirt:innen (Motion 125/2026).
- Viertens soll sich der Kanton Zürich beim Bund für einer kostendeckende Abgabe auf PFAS an der Quelle einsetzen. Die anfallenden Milliardenkosten für PFAS-Sanierungen sind auch von Herstellerinnen von PFAS zu tragen und nicht alleine von der öffentlichen Hand (PI 128/2026).
Der Gesundheit und der Natur zuliebe
Die Zürcher Regierung erachtet alle diese Anliegen zwar für wichtig und richtig, doch sie verweist in ihren Stellungnahmen jedesmal darauf, dass dies Bundesaufgaben seien. Wohin wir kommen, wenn wir auf den Bund warten, sehen wir jetzt: Als viertgrösster Landwirtschaftskanton muss der Kanton Zürich beim Schutz vor PFAS selbst handeln: Zum Schutz unserer Gesundheit, unserer Landwirtschaft und unserer Natur.