zur Vernehmlassung zum Leitbild Seebecken: Leitbild begrüssenswert – Bevölkerung zu wenig einbezogen

Mi 15.07.09

Grundsätzlich begrüssen die GRÜNEN die Vernehmlassung zum Leitbild Seebecken: Positiv ist, dass Stadt und Kanton sich für die Erarbeitung eines Leitbildes an einen Tisch gesetzt haben und dieses in einer breiten Vernehmlassung mit den Bedürfnissen der Bevölkerung abstimmen wollen. Aus Sicht der GRÜNEN hätte aber die Bevölkerung bereits früher einbezogen werden müssen. Jedenfalls ist bei der Festsetzung der Endfassung des Leitbilds den Vernehmlassungsantworten der lokalen Quartiervereine besonderes Gewicht beizumessen.
Das Seebecken ist in erster Linie Lebens- und Erholungsraum für die ansässige Bevölkerung. Wenn im Leitbild von Lebensqualität die Rede ist, muss primär die Lebensqualität der Anwohnenden gemeint sein. Zudem ist das Seebecken öffentlich: Private Nutzungen wie Wohnen und private Freizeitclubs haben im engen Landstreifen rund um das Seebecken keinen Platz – die GRÜNEN erachten Konzessionsland als öffentliches Land.

Handlungsbedarf richtig erkannt – Antworten mangelhaft
Stadt und Kanton haben richtig erkannt, dass die Entwicklung im Zürcher Seebecken unkontrolliert aus dem Ruder zu laufen droht – unverständlich ist für die GRÜNEN jedoch, dass als Rezept nur bauliche Entwicklung und Ermöglichung zusätzlicher Gastronomie und Events verschrieben wird.
Dagegen möchten die GRÜNEN die ökologischen Aspekte im Leitbild höher gewichtet sehen:

  • Der See als Trinkwasserreservoir und Lebensraum für eine vielfältige Flora und Fauna ist höher zu gewichten als touristische Interessen.
  • Fuss- und Velo- sowie der öffentliche Verkehr (inklusive Seequerung durch die Limmatschifffahrt!) sind verstärkt zu fördern und zusätzliche Parkhäuser sind auszuschliessen.
  • Eventnutzungen müssen im Leitbild verbindlich lokalisiert und zeitlich begrenzt werden, sie haben strenge ökologische Auflagen zu beachten.

Die Umsetzung des Leitbilds muss geregelt werdenNach Ansicht der GRÜNEN besteht eine wesentliche Schwachstelle des Leitbildes darin, dass seine Umsetzung in verbindliche Planungen ungewiss bleibt. Die GRÜNEN fordern deshalb, dass für die sensiblen Bereiche des Seebeckens (Tiefenbrunnen, Hafen Enge/Sukkulentensammlung/ Seepolizei, Franz AG/Kibag/GZ Wollishofen) Planungszonen festgesetzt werden, bis die Gesamtschau über das Seebecken im offenen Diskurs mit der Quartierbevölkerung, dem Gewerbe und den Parteien bereinigt ist.