Was die Nagra verschweigt

In drei Jahren entscheidet die Nagra den provisorischen Standort des Tiefenlagers. Von den drei Regionen verbleibt dann eine. Und zuvor hat die Regionalkonferenz Zürich Nordost Rahmenbedingungen für unseren Region zu definieren. Dazu braucht es Fakten.

Die Nagra zeigt in ihren Präsentationen Entwürfe der Anlagen. Zu diesen liegen heute keine detaillierten Angaben vor wie Grösse, Umfang, Varianten, Gefahren, Umweltverträglichkeit, Infrastrukturbauten usf. Auch in den kommenden Monaten wird die Nagra diese Angaben nicht liefern, da manches erst in einem langjährigen Prozess zu erarbeiten ist.

Und dennoch hat die Regionalkonferenz in zwei Jahren unsere Rahmenbedingungen zu nennen. Sie muss auf der Basis von Skizzen entscheiden, was in zehn oder zwanzig Jahren die Nagra im Weinland realisiert. Und damit hat die Nagra freie Hand, ihr Projekt durchzusetzen. Denn es fehlen die Mitsprache- und Mitentscheidungsrechte von Bauplanung bis Betriebsphase.

Müssen wir jetzt JA sagen, wenn wir das Projekt lediglich als Idee kennen? In der Demokratie entscheidet der Souverän über die Vorlage und nicht über die Ideen. Dazu ein Beispiel: Aktuell wird der Platzbedarf der Oberflächenanlage OFA mit acht Hektaren angegeben. Inzwischen ist bekannt, dass zur OFA Nebenzugangsanlagen gehören. Diese benötigen weitere Hektaren für Strassen, eine Bahnzufahrt, Parkplätze, Personalgebäude, Lagerplätze usf. Und dies alles in einer unverbauten Landschaft.

Die heute genannten acht Hektaren sind deutlich zu tief. Und der Platzbedarf vernichtet Kulturland. Landwirte stehen vor der Frage, ob die nächste Generation eine Existenz hat. Wer muss seinen Hof aufgeben?

«Keine Industrieanlage mit heisser Zelle» fordere ich. In der heissen Zelle befüllt die Nagra die Lagerbehälter. Dazu sind die Transportbehälter zu öffnen und die gefährlichen Brennstäbe werden herausgezogen. Dies ist eine risikoreiche Arbeit mit der Möglichkeit, dass Nuklide in die Umwelt gelangen. Ohne heisse Zelle ist die Gefahr im Weinland kleiner und der Platzbedarf wird reduziert.

 

Thomas Feer, Kantonsratskandidat, Grüne Weinland, Unterstammheim