Stoffkreisläufe konsequent schliessen

28. Mai 2021

AZ-Forum-Beitrag von Selina Walgis, Gemeinderätin, Junge Grüne Zürich

 

Stoffkreisläufe zu schliessen, fordern wir schon lange. Angefangen hat es mit der Petition der Jungen Grünen «Plastikrecycling für Züri», die in der Stadt Zürich enorm viel Unterstützung erhielt. Wir merkten bald: Um die Ressourcenverschwendung und das Abfallproblem an der Wurzel zu packen, braucht es mehr! Denn die Schweizer Bevölkerung produziert pro Jahr und Kopf 700 Kilogramm Siedlungsabfälle – damit gehören wir zu den Spitzenreiter*innen in Europa. Unsere Abfallberge müssen unbedingt kleiner werden und wir sollten auf kantonaler Ebene aktiv werden! Recycling ist dabei zwar ein wichtiger Bereich. Mehr machen aber die zwei Bereiche Reduktion und Wiederverwendung aus. Darum haben wir die Kreislaufinitiative lanciert und im September 2019 eingereicht.

Ein zentraler Punkt im Bereich der Reduktion ist das Thema Foodwaste. 30% der Lebensmittel in der Schweiz werden verschwendet! 45 Prozent des Foodwastes fällt in den Privathaushalten an. Die Sensibilisierung der Bevölkerung ist also ein wichtiger Hebel zur Verbesserung. Auch den Unmengen an Elektroschrott soll entgegengewirkt werden. 6 Kilogramm pro Person an Elektroschrott retournierte die Schweizer Bevölkerung 2017 an die Verkaufsstellen! Es ist wichtig, dass es nicht mehr einfacher und günstiger ist, ein neues Gerät zu kaufen, als es zu reparieren oder ein Gebrauchtes zu beziehen. Aus diesem Grund fordern wir, dass Repair-Cafés, Tausch- und Flohmärkte aktiv gefördert werden, sodass die Wiederverwertung optimiert wird.

Kreisläufe müssen konsequent geschlossen werden. Dass dies jetzt noch nicht der Fall ist, zeigt das folgende Beispiel: In der Schweiz gelangen mehr als 5000 Tonnen Plastik in die Umwelt. Davon sind 600 Tonnen Mikroplastik. Insgesamt macht dies mehr als 0.7 Prozent des schweizerischen Plastikverbrauchs aus. Hier müssen wir genauer hinschauen und Massnahmen dagegen ergreifen. Wir haben der Umwelt und den kommenden Generationen gegenüber eine grosse Verantwortung und die sollten wir nicht zuletzt auch in Bezug auf die Fremdstoffeinträge in die Umwelt endlich wahrnehmen. Und unsere Initiative fordert ausserdem, dass für dieses Ziel Innovationen gefördert werden.

Sobald der definitive Gegenvorschlag feststeht, entscheidet unser Initiativkomitee, ob sie die Initiative zu Gunsten des Gegenvorschlags zurückzieht oder, ob beide Vorlagen zur Abstimmung kommen sollen. Und ist es wichtig, dass die Initiative nicht abgeschwächt wird. Im vorgeschlagenen Gegenvorschlag des Regierungsrats ist der Absatz nicht enthalten, bei welchem es darum geht, dass Daten erhoben werden, wie viele und wo Fremdstoffe in die Umwelt gelangen. Wir hoffen, dass dieser Punkt nun noch durch den Kantonsrat aufgenommen wird.

Rohstoffe sind begrenzt – wir müssen jetzt beginnen umzudenken. Unser Weg lautet: Reduce, Reuse und Recycle!