Stillstand beim Klimaschutz

Mi 09.01.19

Die Auswirkungen des Klimawandels werden immer deutlicher sichtbar. Der Hitzesommer 2018 hat uns das vor Augen geführt. Die Bauern litten unter der Dürre, denn der Regen kam viel zu spät. Teilweise kam es sogar zu Notschlachtungen von Tieren, weil zu wenig Futter vorhanden war. Im Rhein starben massenhaft Fische, weil das Wasser zu warm war. Im warmen Wasser ist der Sauerstoffgehalt geringer und die Fische ersticken. An zahlreichen Bachabschnitten mussten Fische mit Netzen abgefischt werden. Sie wurden in kühlere Becken gebracht, damit sie überleben. Es ist beängstigend, wie stark der Mensch bereits in die Natur eingreifen muss, damit nicht alles auseinanderfällt.

martin_neukom.jpg

Bereits 60 Prozent der Gletschermasse in der Schweiz ist geschmolzen. Im Mittelland gibt es noch halb so viele Schneetage wie 1970. Der Klimawandel ist bereits heute Realität.

Diesen Herbst haben Forscher der Universität Bern, der ETH Zürich und von Meteo Schweiz einen Bericht mit neuen Klimaszenarien für die Schweiz vorgestellt. Die neuen Klimaszenarien sind deutlich genauer als die bisherigen und erlauben regionale Abschätzungen zu den Auswirkungen des Klimawandels. Der Bericht zeigt, dass sich die Trockenperioden in der Schweiz verlängern werden. Der Regen wird seltener, dafür intensiver, wenn es dann mal regnet. Die Anzahl der extremen Hitzetage nimmt zu. Die Anzahl Schneetage nimmt drastisch ab. Schon 2060 könnte im Kanton Zürich die durchschnittliche Temperatur nochmals 4 Grad wärmer sein als heute.

Der Bericht zeigt aber auch, dass eine Stabilisierung des Klimas möglich ist, wenn der Klimavertrag von Paris umgesetzt wird. Die Grüne Fraktion hat schon nach den Sommerferien im Kantonsrat ein Vorstosspaket eingereicht und aufgezeigt, wo Handlungsbedarf besteht. Doch der Zürcher Regierungsrat ist nicht bereit, etwas zu unternehmen. Die Massnahmenpläne Klimaschutz der Regierung lassen alle wichtigen Themen aus und spielen bloss auf Nebenschauplätzen. So lobt sich die Regierung im Energieplanungsbericht 2017, dass sie in der Verwaltung 7 Elektrofahrzeuge angeschafft hat. Dem Regierungsrat mangelt es offensichtlich an politischem Willen oder an Fachkenntnis, um hier die notwendigen Massnahmen einzuleiten.

Darum kandidiere ich im März 2019 für den Zürcher Regierungsrat. Es braucht eine Grüne Stimme in der Regierung.

Martin Neukom
Kantonsrat und Regierungsratskandidat der Grünen