Sicherheit hat Vorrang - keine «heisse Zelle» im Weinland

Bei Radioaktivität hat die Sicherheit der Menschen oberste Priorität. Darum verlangen wir Grünen, dass die AKW abgestellt werden und dann die Lagerung der strahlenden Abfälle angegangen wird. Wir akzeptieren das Projekt der geologischen Tiefenlagerung und beteiligen uns deshalb aktiv im Sachplanverfahren geologisches Tiefenlager. Darum reichten wir eine ausführliche Stellungnahme zum Ergebnisbericht der Etappe 2 ein, wie dies über 1200 andere auch taten.

Zentral für die Langzeitsicherheit ist das richtige Gestein. Dieses Gestein scheint der Opalinuston zu sein, der sich im Untergrund der Nordschweiz als eine mehrere Dutzend Meter mächtige Schicht von Jura-Süd bis in den Thurgau erstreckt. Das Wissen über diese Schicht ist ungenügend und ist durch weitere Untersuchungen an allen Standorten zu vervollständigen. Weshalb der mögliche Standort für die Oberflächenanlage jetzt schon definiert werden soll, ist nicht einleuchtend. Ich meine, dass das Ziel zuerst bekannt sein muss, bevor der Weg dahin geplant wird. Es ist doch nicht richtig, wenn das Pferd am Schwanz aufgezäumt wird. Darum ist die Festlegung des Standorts der Oberflächenanlage zu früh.

In der heissen Zelle wird Radioaktivität in die Umgebung abgegeben. Auch bei Wartungen von Atomkraftwerken gelangt über den Abluftkamin höhere Radioaktivität in die Umwelt. So wird das Umpacken von Brennstäben radioaktive Atome freisetzen. Weil die heisse Zelle sehr nahe bei Schaffhausen und Winterthur liegt, darf diese Arbeit nicht im Weinland erfolgen. Dazu muss eine Lösung gefunden werden, die keine Städte betrifft.

Die Regionalkonferenz in Standort- und Infrastrukturgemeinden einzuteilen, wird der Natur der Radioaktivität nicht gerecht. Die in der heissen Zelle freigesetzten Atome werden mit den Winden in alle Richtungen verteilt. Es wird ein grosser Radius um die Oberflächenanlage die Auswirkungen bei Geburten, Gesundheit und Lebensplanung spüren. Je mehr Leute in diesem Radius leben, desto mehr sind davon betroffen. Aber jeder Fall ist ein Fall zu viel!

Die heutigen Konzepte sind bereits zu stark fixiert. Die Ergebnisoffenheit ist unnötig eingeschränkt. Das Auswahlverfahren und das Ergebnis müssen vor dem Entscheid transparent und alle relevanten Unterlagen vorab zugänglich und überprüfbar sein. In einem ergebnisoffenen Sachplanverfahren sind auch jederzeit neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Bürgeranliegen aufzunehmen.

Damit die Sicherheit höchste Priorität hat, darf die Entschädigung der Region – diese ist grösser als nur der Standort – kein zu grosses Gewicht haben. Wegen dem Geld die Augen bei der Sicherheit zu schliessen, bedeutet, unsere ethische Verantwortung gegenüber uns und den kommenden Generationen im Weinland zu missachten.

Thomas Feer, Präsident Grüne Weinland, Unterstammheim