Aldi Parkplatzstory

Stellungnahme der Grünen Partei Pfäffikon zu den Auswirkungen von Aldi und Lidl (9. Februar 2006):

Von der «Perle am See» zum «verkehrsüberlasteten Eldorado für Schnäppchenjäger»

Im Zentrum der letzten Versammlung der Grünen Partei standen die Verkehrsprobleme in Pfäffikon. Das von Aldi verursachte Verkehrsaufkommen war in den ersten paar Monaten noch grösser als erwartet. Im Moment scheint nur die beschränkte Anzahl Parkplätze das Einkaufserlebnis in der Industriezone zu trüben. Doch das Verkehrsnetz ist vermehrt überlastet und es kommt häufig zu Behinderungen und Staus. Jetzt soll die Verkehrssituation in Pfäffikon durch die Ansiedlung von Lidl im Industriegebiet mit weiteren 87 Parkplätzen und die Verdoppelung der Aldi-Parkplätze noch weiter eskalieren.

Verpasste Chance an der Gemeindeversammlung vom 23. März 2005

Die an der Gemeindeversammlung vom 23. März 2005 behandelte Einzelinitiative von Pirmin Knecht hätte bewirkt, dass sich keine weiteren Einkaufszentren wie Lidl, Aldi, Ikea etc. in der Industriezone hätten ansiedeln können. Damit hätte mindestens eine weitere Zunahme des Verkehrs durch Einkaufsläden im abgelegenen Industriegebiet verhindert werden können. Die Initiative wurde aber nur von 40 % der über 400 anwesenden Stimmbürger unterstützt. Damit scheint die Angelegenheit für Pfäffikon geregelt. Im Industriegebiet gibt es keine Einschränkungen für die Nutzung durch viel Verkehr erzeugende Einkaufszentren. Dass es auch anders geht, beweist momentan gerade der Stadtrat von Illnau-Effretikon. Er setzt sich – anders als der Gemeinderat von Pfäffikon – für die Aufwertung des Zentrums ein. Er will die Bau- und Zonenordnung so verändern, wie es auch Pirmin Knecht vorgeschlagen hat. Der Stadtrat von Illnau-Effretikon will damit den Detailhandel und das Leben im Zentrum erhalten und stärken.

Keine weiteren Strassenausbauten

Die Anzahl Parkplätze, welche für eine bestimmte Nutzung erlaubt ist, wird in Pfäffikon durch die Parkplatzverordnung geregelt. Darauf gestützt, erhielt Aldi die maximal vorgesehene Anzahl von 59 Parkplätzen. Aldi hat neu ein Baugesuch für eine Verdoppelung der Parkplätze eingereicht. Die Gemeinde muss prüfen, ob sie für diese zusätzlichen Parkplätze eine rekursfähige Ausnahmebewilligung erteilen will. Würde den neuen Ausbauwünschen entsprochen, würde auch die letzte Einschränkung in Bezug auf den erzeugten Verkehr fallengelassen. Damit hiesse die Devise des Gemeinderates: Wir bieten «Parkplätze à discrétion». Den Verkehr nehmen wir gerne, so viel wie möglich und damit auch die übermässige Lärm- und Luftbelastung. Diese führt erwiesenermassen bei vielen Personen zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen. Eine Lösung der zunehmenden Verkehrsprobleme durch einen weiteren Ausbau am Strassennetz würde zu kurz greifen. «Wer Strassen sät, der wird Verkehr ist auch im Zürcher Oberland längst zur Tatsache geworden. Der Verkehr folgt den Routen mit dem geringsten Widerstand. Deshalb werden neu geschaffene Kapazitäten gerade wieder aufgefüllt.

Wird sich ein neuer Slogan etablieren?

Die Standortattraktivität von Pfäffikon wird durch die Ansiedlung von Aldi und Lidl sicher eher geschmälert als erhöht. Die «guten» Steuerzahler werden eher abgeschreckt als angelockt und vielleicht sollte auch der Pfäffiker Slogan «Pfäffikon – die Perle am See» in «Pfäffikon – das verkehrsüberlastete Eldorado für Schnäppchenjäger» umbenannt werden. Das Traurige daran ist, dass diese Entwicklung nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Die Grüne Partei setzt sich weiterhin ein, für ein funktionierendes und attraktives Zentrum von Pfäffikon und für eine starke Berücksichtigung von umweltpolitischen Anliegen.