Nein zum Projektierungskredit Dorfsaal

Die Vorlage wurde vom den Stimmbürgern mit 2126 zu 1994 Stimmen knapp angenommen. Der Gstaltungsplan wurde an der Gemeindeversammlung deutlich angenommen.


Nein zum Projektierungskredit Dorfsaal (Urnenabstimmung vom 29. November 2009), Nein zum Gestaltungsplan für das Huber + Suhner-Areal (Gemeindeversammlung vom 30. November 2009)

Pressemitteilung der Grünen Partei Pfäffikon vom 8.11.2009

Kesselhaus (Dorfsaal) ist kein Geschenk

Das Kesselhaus ist kein Geschenk der Huber + Suhner AG (H+S) an die Gemeinde. Die Gemeinde erhält das Kesselhaus nur unter verschiedenen Bedingungen und Auflagen. Folgende Konzessionen müsste die Gemeinde für die 890 m2 Land, welche sie erhält, eingehen:

  • 400 m2 Land müssen beim Stogelenweg 6 für die zukünftigen Loft-Wohnungen im denkmalgeschützten Backsteingebäude am See abgegeben werden.
  • H+S erhält ein Nutzungsrecht an den Untergeschossen des Kesselhauses. Die Untergeschosse gehören faktisch weiterhin der H+S. So sollen im ersten und zweiten Untergeschoss des Kesselhauses die Energiezentrale bestehen bleiben. Lediglich 100 m2 können von der Gemeinde im ersten Untergeschoss genutzt werden. Das ist wenig, wenn man bedenkt, dass Garderoben, Lagerräume, Toilettenanlagen, etc. für einen Dorfsaal mit einer Maximalbelegung von über 400 Personen eingerichtet werden müssen.
  • Die Gemeinde muss am Tag nach der Urnenabstimmung an der Gemeindeversammlung Ja zum Gestaltungsplan für das H+S-Areal sagen, sonst erhält sie das Kesselhaus nicht. Durch den Gemeindeversammlungsbeschluss würden die Industrie-Grundstücke der H+S am See mit einer Fläche von mehr als 20 000 m2 über Nacht mindestens dreimal so viel wert sein. Die H+S würde einen zweistelligen Millionenbetrag verdienen.
  • Die Sanierung bzw. der Umbau des Kesselhauses in einen Dorfsaal ist gleich teuer wie die Erstellung eines Neubaus. Umbau und Neubau müssten beide von der Gemeinde finanziert werden.

Die Pfäffikerinnen und Pfäffiker erhalten somit nicht gerade viel. Es fragt sich, welcher Begriff zutreffender ist: Geschenk oder Kuhhandel. Tatsache ist, es wurde von Seiten der Gemeinde schlecht verhandelt.

Für eine teure Lösung gäbe es einen besseren Standort

Der Dorsaal wird nach heutigem Kenntnisstand rund 8,5 Mio. Franken kosten und jährliche Betriebs- und Amortisationskosten von weit über 1 Mio. Franken verursachen. Das entspricht rund 7 Steuerprozenten, die jährlich für den Dorfsaal aufgewendet werden müssen. Geplant ist, den Steuersatz für nächstes Jahr um 2 Prozente zu senken. Könnte man den Steuersatz ohne Dorfsaal somit um 9 Prozente senken? Wenn die Gemeinde so viel Geld ausgeben soll, dann soll dies für ein besseres Projekt an einem besseren Standort geschehen. Ein Dorfsaal im Backsteingebäude am See hätte gegenüber einem Dorfsaal im Kesselhaus viele Vorteile:

  • Nachbarschaftskonflikte (Lärm, zu viel Betrieb) gibt es beim Kesselhaus zwangsläufig mit dem Kehr-Quartier und mit den zukünftigen Nutzungen auf dem H+S-Areal. Mit einem Dorsaal im Backsteingebäude gäbe es deutlich weniger Nachbarschaftskonflikte.
  • Mit einem Dorfsaal im Backsteingebäude am See lassen sich die Nutzungen mit der Festwiese und dem Projekt Stogelenweg 6 kombinieren. In der ehemaligen Bootswerft (Stogelenweg 6) sollen zukünftig ein Kleinrestaurant, Toilettenanlagen, eine Bootswerkstatt und Infrastrukturanlagen für die Festwiese erstellt werden. Doppelspurigkeiten lassen sich nur mit einem Dorfsaal im Backsteingebäude vermeiden. Mit einem Dorfsaal im Kesselhaus wird es keine Synergien zur Festwiese und zum Stogelenweg 6 geben.
  • Im Backsteingebäude ist wegen der diversen Räumlichkeiten eine grössere Flexibilität der Nutzungen möglich.
  • Das Backsteingebäude ist nicht durch die Energiezentrale der H+S belastet.
  • Die 400 m2 am See würden weiterhin der Gemeinde gehören.

Die Grüne Partei ist auch der Meinung, dass Pfäffikon einen Dorsaal braucht. Es ist aber unvernünftig, zu einem Projekt Ja zu sagen, bei dem das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht stimmt. Deshalb lehnen die Grünen das Projekt Kesselhaus und den Gestaltungsplan ab.

Wie geht es weiter?

Zuerst sollen beide Vorlagen Kesselhaus und Gestaltungsplan abgelehnt werden. Die H+S wird von sich aus wieder auf die Gemeinde zukommen und neu verhandeln wollen, da sie die Industriegebiete heute nicht mehr gewinnbringend nutzen kann. Dem Gemeinderat bietet sich dann eine neue Chance, mit einem Auftrag des Stimmbürgers, härter und besser zu Gunsten aller Pfäffikerinnen und Pfäffiker zu verhandeln. Auch alternative Standorte könnten dann in Ruhe und seriös geprüft werden.


Gemeindeabbstimmung zum Dorfsaal 29. 11. 2009

Wir sagen Ja zur Kultur in Pfäffikon Ja zum Kino Rex – aber nicht um diesen Preis!

  • Das Kesselhaus ist kein Geschenk!
  • Nein zum Kuhhandel mit der Huebi
  • Nein zum nicht geeigneten Gebäude für einen Dorfsaal
  • Nein zu den Nachbarschaftskonflikten rund um den Dorfsaal im Kesselhaus (Lärm etc.)
  • Nein zu Kosten von Fr. 20 000.- pro Anlass (bei 50 Anlässen pro Jahr)
  • Nein zu Investitionskosten pro Einwohner von Fr. 1000.-- für den Dorfsaal
  • Nein zu jährlichen Aufwendungen von Fr. 100.-- pro Einwohner von Pfäffikon
  • Nein zur Abgabe von 400 m2 an die Huebi beim Stogelenweg

Deshalb:

Nein zum Projektierungskredit Kesselhaus (Urnenabstimmung vom 29. November 2009)

Nein zum Gestaltungsplan für das Huber + Suhner-Areal (Gemeindeversammlung vom 30. November 2009)