Die Piste des Flugplatzes Dübendorf muss stillgelegt werden!

Mi 03.09.14

Die Grünen Kanton Zürich werden jede zivilaviatische Nutzung auf der Piste des Flugplatz Dübendorf entschieden bekämpfen, politisch wie auch juristisch. Einmal mehr hat sich die Fliegerlobby in Bern durchsetzen können, allerdings nur mit der Verletzung der eigenen Spielregeln. Mit bis zu 28'000 Bewegungen von Hobbyfliegern und Privatjets mitten im dicht besiedelten Glattal soll ein neuer Spielplatz für Hobby- und Privatflieger entstehen. An schönen Wochenenden sollen die Hobbyflieger nach Belieben die Bevölkerung mit Lärm belästigen dürfen. So werden die Grundsätze des Lärmschutzes aufs Gröbste verletzt. Die Zusicherung, dass alle Planungswerte eingehalten werden können, wird durch die verfügbaren Studien widerlegt. Die Grünen sind auch erstaunt darüber, wie gleichzeitig Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit auf dem Flughafen Zürich geprüft werden und in unmittelbarer Nähe zum Flughafen eine 4. Piste entstehen soll, die den Flugbetrieb erheblich stören und verkomplizieren würde. Der Regierungsrat und die Stadt Dübendorf werden aufgefordert, alle planerischen Massnahmen zu ergreifen, damit die Piste stillgelegt wird!

Spielregeln werden verletzt

Das SIL-Verfahren regelt im Teil III B3 die SIL-relevante zivile Mitbenützung von Militärflugplätzen. Bedingung dafür ist ausdrücklich eine wichtige Entlastungsfunktion für primär dem öffentlichen Luftverkehr dienende Flughäfen. Der Flughafen Zürich hat seit Jahren rückläufige Bewegungszahlen und trotzdem wird mit unseriösen Nachfrageprognosen ein Kapazitätsmangel herbeigelogen, um den Privatfliegern einen neuen Spielplatz inmitten einer dicht besiedelte Agglomeration zu überlassen.

Lärm über dem ganzen Glattal

Hobbyflieger sind angehalten, dicht besiedeltes Gebiet nicht zu überfliegen und Immissionen zu vermeiden. Das ist im Glattal gar nicht möglich. Vom heutigen Privatflugverkehr vom Flughafen Zürich ist notorisch bekannt, dass die Regeln nicht eingehalten werden und Verstösse trotz Meldungen nicht sanktioniert werden. Privatflieger haben offenbar Narrenfreiheit, was dann immer wieder zu Sicherheitsproblemen führt.

Sicherheit hat offensichtlich keine Bedeutung mehr

Es ist mehr als offensichtlich, dass der Betrieb des Flugplatzes Dübendorf mit Privatfliegern den Flugbetrieb auf dem Flughafen Zürich verkomplizieren wird. Immer wieder sind undisziplinierte Hobbyflieger verantwortlich für grobe Zwischenfälle und Unfälle. Es ist völlig unverständlich, dass in unmittelbarer Nähe des Flughafens eine Piste für Hobbyflieger in Betrieb genommen werden soll, die die heutigen Probleme der skyguide verschärfen wird.

Keine Subventionen für die Privatfliegerei

Die Studie des Bundes (ecoplan/aviena/Bächtold&Moor 2012) zeigt klipp und klar, dass die vollständige Aufgabe der fliegerischen Nutzung des Areals für den Bund die mit Abstand vorteilhafteste Lösung darstellt. Das VBS könnte gemäss diesen Zahlen sein Jahresergebnis um 58 – 91 Mio. Fr. verbessern. Bezeichnenderweise wurde nicht bekannt gegeben, welcher Baurechtszins offeriert wurde. Wenn sich der Bund nun für einen Weiterbetrieb der Piste auf dem Flugplatz Dübendorf entscheidet, subventioniert er damit die Privatfliegerei. Das ist nicht akzeptabel, wenn überall gespart wird und der Fliegereilobby derartige Geschenke gemacht werden sollen.

Widerstand ist auf vielen Ebenen möglich, politisch wie juristisch

Die Studie ecoplan/aviena/Bächtold & Moor 2012 führt unter Risiken eine grosse Palette von Möglichkeiten auf, wie der Weiterbetrieb der Piste auf politischem wie auch juristischem Weg bekämpft werden kann. Das Sachplanverfahren wird lange dauern. Selbst wenn das Sachplanverfahren abgeschlossen ist, würde ein Betriebsreglement vor Bundesgericht angefochten. Die Grünen werden jede Massnahme ergreifen und unterstützen, damit die Piste auf dem Flugplatz Dübendorf stillgelegt wird!

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