Lehrstellenmarkt: Es bleibt noch viel zu tun!

Di 22.09.09

Case Management schafft allerdings keine einzige neue Lehrstelle. Wie die Zahlen vom Sommer 2009 zeigen, befinden sich rund ein Viertel der Jugendlichen in Zwischenlösungen statt in einer Berufslehre oder an der Mittelschule. Die Grünen erwarten vom Kanton deshalb, dass er mit Entschlossenheit die Förderung neuer Lehrstellen vorantreibt und sich für die Erhaltung der bestehenden einsetzt. Das bedeutet insbesondere:

·    Zusätzliche Attestausbildungen für Jugendliche, die nicht mit optimalen Voraussetzungen in ihr Erwerbsleben starten können. Der Lehrstellenmangel ist hier am eklatantesten. Bis 2011 sollen kantonsweit 1'000 Attestlehrstellen angeboten werden.

·   Schaffung zusätzlicher Lehrbetriebsverbünde: Hier soll der Kanton dringend selbst aktiv werden. Mit diesem innovativen und bewährten Ausbildungsmodell können neue Lehrbetriebe gewonnen werden, die alleine nicht ausbilden könnten.

·   Lehrbetriebssupport: Zur Erhaltung bestehender Lehrstellen ist für die Lehrbetriebe ein verlässliches und leicht zugängliches Angebot an Unterstützungsleistungen sicherzustellen. Hier fehlen heute die nötigen Ressourcen.

·   Lehrstellenmarketing: Angesichts der konjunkturellen Lage ist auch ein Abbau von Lehrstellen zu befürchten. Der Kanton muss sich auch mittels Lehrstellenmarketing bei bestehenden Lehrbetrieben für die Erhaltung des heutigen Angebots einsetzen. Wer kurzfristig abbaut, hat langfristig das Nachsehen. Das gilt für das einzelne Unternehmen, das gilt aber auch für den Kanton Zürich.

Die erfreuliche Entwicklung der letzten Jahre mit zunehmenden Lehrstellenzahlen ist ohne konzertiertes Engagement von Politik und Verbänden bedroht. Es braucht indes weiterhin Ausbildungschancen für alle Jugendlichen. Jugendarbeitslosigkeit und Lehrstellenmangel sind ein teurer Luxus, den sich der Kanton Zürich nicht leisten kann.



Rückfragen:

Ralf Margreiter, Kantonsrat Grüne, 078 889 58 00
Esther Guyer, Fraktionspräsidentin Grüne, 079 699 13 45