Kunststoffrecycling schont Klima

Beitrag von Thomas Feer, Kantonsratskandidat Grüne

«Klimaschutz beginnt zu Hause.» Kunststoffrecycling leistet einen Beitrag dazu: Recycling statt Verbrennen senkt die CO2-Emissionen. Das zweite Leben unseres Haushalt-Kunststoffs beginnt mit gut erreichbaren Sammelstellen. Wie bei der PET-Sammlung vor den Einkaufsläden ist beim Haushalt-Kunststoff (Joghurtbecher, Verpackungen, Lebensmittelfolien usf.) eine Separatsammlung einzurichten. Deshalb fordern wir Grünen Weinland mit einer Petition Kunststoffsammelstellen in allen Gemeinden. Wie bei anderen Separatsammlungen (Metall, Glas, PET usf.) macht die Bevölkerung beim Haushalt-Kunststoff mit, wenn sie gut informiert ist.

Aktuell werden in der Schweiz jährlich rund 175‘000 Tonnen Haushalt-Kunststoff in den Kehrichtverbrennungsanlagen verbrannt. Verarbeitet man diesen Kunststoff zu neuen Produkten, würden um die 450‘000 Tonnen CO2 eingespart. Zudem würde weniger Erdöl zur Kunststoffproduktion benötigt, was den Import aus fernen Kontinenten reduziert. Weniger Import bedeutet weniger Schiffstransporte, was wiederum die damit verbundenen Umweltbelastungen des Schweröls verringert. Das Klima wird so indirekt geschont.

Beim Kunststoffrecycling werden aktuell 50% zu Granulat verarbeitet, mit verbesserter Technologie wird ein Anteil von 70% angestrebt. Der Rest, bestehend aus Fremdstoffen, Verunreinigungen und beschichteten Verpackungsmaterialien, ist ein hervorragender Brennstoff. Dieser ersetzt in Zementwerken Braunkohle, die wegen des Feinstaubs und der Treibhausgase gefürchtet ist.

Kunststoffsammeln trägt mit dem Wegfall der Verbrennung in der KVA direkt, beim Erdöltransport und beim Ersatz von Braunkohle indirekt zum Klimaschutz bei. Inzwischen ist das Granulat gefragt, weshalb sogar Abfälle importiert werden. Diese Import-Transporte fallen weg, wenn wir unseren Kunststoff hier sammeln und verarbeiten.

Kunststoffrecycling stärkt die Kreislaufwirtschaft und hilft dem Klima. Bei den grossen Treibhausgasverursachern, dem Auto- und Flugverkehr sowie bei den Gebäudeheizungen, hat die Politik versagt. Der Nationalrat schaffte 2018 kein griffiges Klimagesetz. Stürme, enorme Niederschläge als Regen oder Schnee, Hitzewellen und extreme Gewitterzellen in schneller Abfolge sind Zeichen des Klimawandels. Es trifft nicht nur die Gletscher in der Antarktis oder auf Grönland, die hungernden Eisbären oder die Quellen in Spanien. Nein es geschieht heute und in unserem Land.

Den Klimaschutz braucht es jetzt. Ich setze mich ein für Kunststoffsammelstellen und regionale Produkte aus biologischer und nachhaltiger Landwirtschaft. Mein Ziel ist es, unseren Enkeln eine lebenswerte Heimat mit intakter Umwelt zu erhalten.

Grün wählen heisst, konsequenten Klimaschutz einfordern.