Kunststoff-Recycling – Entsorgung mit Zukunft

Der Verbrauch von Kunststoffen in Schweizer Haushalten hat in den letzten Jahren rasant zugenommen. Gemäss einer Studie des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) aus dem Jahre 2010 sind dies über eine Million Tonnen oder 125 kg pro Kopf und Jahr, wovon der überwiegende Anteil als Abfall in den Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) landet und dort energetisch verwertet wird. Zwar wird dadurch Strom und Fernwärme erzeugt, durch die Vernichtung des Kunststoffes gehen der Wirtschaft jedoch wertvolle Ressourcen verloren. Ausserdem entstehen durch das Verbrennen von Kunststoff höhere CO2-Emissionswerte (2,83 kg CO2 pro Kilo verbrannten Kunststoff), was sehr klimaschädlich ist. Im Sinne einer nachhaltigeren Abfallbewirtschaftung und im Interesse eines schonenden Umgangs mit unseren Ressourcen sollte diese energetische Verwertung durch KVA künftig auf vermischte und schadstoffbelastete Kunststoffabfälle beschränkt werden. Im Gegenzug sollte das Kunststoff-Recycling (stoffliche Verwertung des Kunststoffmaterials) ausgebaut und konsequent gefördert werden. Bisher gelangen jedoch nur etwa 11% aller Kunststoffabfälle in die stoffliche Wiederverwertung, wünschenswert wäre  eine stoffliche Verwertungsrate von mindestens 70%. Die Vorteile liegen auf der Hand: Das Recycling von Kunststoffen entlastet nicht nur unsere Umwelt, sondern senkt die Kosten  um 20%. Auch werden dank jedem produzierten Kilogramm Recycling-Kunststoff bis zu drei Liter Erdöl gespart. Damit jedoch die richtige Recycling-Technologie zum Zuge kommt müssen die Kunststoffproduzenten in die Pflicht genommen werden. Auch diese sollen aktiv auf eine künftige Kreislaufwirtschaft hinarbeiten. Wir als Konsumentinnen und Konsumenten sind gefordert, unseren Plastikverbrauch auf das Minimum zu reduzieren. Handeln Sie umweltbewusst: Vermeiden Sie Plastikmüll wo immer möglich und achten Sie auf eine sachgemässe Entsorgung Ihrer Haushaltsabfälle.

Im Zürcher Weinland wenden erst rund ein Drittel aller Gemeinden das Kunststoff-Recycling an und ihre daraus gewonnenen Erfahrungen sind vielversprechend. Wäre es nicht auch an der Zeit, wenn die anderen Weinland Gemeinden nachzögen? Ziel sollte sein; dass in naher Zukunft jede Gemeinde des Bezirks eine Sammelstelle für das Recycling von Haushalt-Kunstoffabfällen einrichtet und entsprechende Sammelsäcke (ähnlich wie die KEWY-Abfallsäcke) in den üblichen Verkaufsstellen anbietet. Zu diesem Zweck lanciert die Grüne Weinland eine Petition für Kunststoff-Recycling in allen Gemeinden des Bezirks Andelfingen. Weitere Informationen dazu finden Sie unter: https://gruene-zh.ch/grueneweinland. Die bestehende getrennte Sammlung von PET-Flaschen wird wie bisher beibehalten.

Martine D. Baumgartner, Grüne Weinland