Kreislaufwirtschaft in den Kinderschuhen

Di 11.12.18

Medienmitteilung Grüne Kanton Zürich
Massnahmenplan Abfall- und Ressourcenwirtschaft 2019-2023
Kanton Zürich (AWEL)

Grüne verlangen Massnahmen zur Abfallreduktion

Konsequentes Recycling, Urban Mining, Senkung des Food-Waste: Die Ziele des Kantonalen Massnahmenplans Abfall- und Ressourcenwirtschaft 2019-23 sind richtig, doch von einer Umsetzung ist die Regierung in den meisten Bereichen weit entfernt. Beim wirksamsten Handlunsgfeld, der Abfallvermeidung, fehlen die Massnahmen gänzlich.

Der neue kantonale Massnahmenplan Abfall- und Ressourcenwirtschaft 2019-23 verspricht viel, löst jedoch wenig ein. Entscheidende Fortschritte hat der Kanton vor allem beim Urban Mining erzielt: sowohl bei der Materialrückgewinnung aus Kerichtschlacke als auch bei der Trennung und Wiederverwertung von Bauabfällen.

Mittel zur wirksamen Umsetzung fehlen

Inzwischen ist die Menge der in kantonalen Deponien abgelagerten Abfallstoffe jedoch auf 1 Million Tonnen pro Jahr angestiegen. Es besteht also weiterhin ein sehr grosser Handlungsbedarf bei der Rückgewinnung und Wiederverwertung der Rohstoffe. Entsprechend weit ist das im Massnahmeplan formulierte Ziel einer Kreislaufwirtschaft von der Verwirklichung entfernt. Die zuständigen Ämter wissen sehr gut, was dafür nötig wäre, nur fehlt es am politischen Willen zu einer konsequenten Umsetzung.

Ähnliches bei den Altlasten: Noch immer sind 300 Standorte mit potenziell stark belastetem Untergrund im Kanton Zürich nicht untersucht. Und dies obwohl das Generationenprojekt des Altlastenprogramms bis 2025 abgeschlossen sein sollte.

Stiefkind Abfallvermeidung

Mit Besorgnis stellen die Grünen fest, dass die Regierung dem wichtigsten Handlungsfeld, der Abfallvermeidung, zu wenig Gewicht beimisst. Hier sind weit mehr als punktuelle Sensibilisierungsaktionen nötig. Die Abfallreduktion ist eine kollektive und systematische Aufgabe, bei der nicht einfach an die Eigenverantwortung der Einzelnen appelliert werden kann.

Fortschritte müssen besonders im Bereich des cleveren Produkte-Designs (Langlebigkeit, Reparierbarkeit, saubere Trennbarkeit bei der Entsorgung) aber auch im Rahmen der Sharing-Economy angestrebt werden. Im Bereich des Food-Waste sind praktische Massnahmen zu entwickeln, damit sowohl bei der Lebensmittelproduktion als bei den Konsumierenden weniger Nahrungsmittel im Abfall landen. In der Schweiz werden mehr Nahrungsmittel weggeworfen, als auf dem gesamten Agrarland in der Schweiz produziert werden können (S. 51).

Kontakt:

Esther Guyer (Fraktionspräsidentin), Tel. 079 699 13 45
Thomas Forrer (Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt), Tel. 076 576 72 72