Klimaschutz ist dringend nötig

10.01.2020

AZ-Forum-Beitrag von Thomas Feer, Präsident Grüne Weinland

Im vergangenen Jahr lasen wir Schlagzeilen zu Insektensterben, Artenrückgang, Klimaextreme, Wald- und Torfbrände und vieles mehr. Mit den von Jugendlichen organisierten Klimastreiks und dem Frauenstreik zeigten Tausende Menschen ihre Sorge um unseren Lebensraum, unsere Zukunft und unsere Werte. Wir stehen in einem Wandel, der nicht nur die Schweiz betrifft, nein die ganze Erde ist davon betroffen. Staaten mit Meerzugang fürchten den Anstieg des Meeresspiegels. Hierzulande wird die Landwirtschaft mit Trockenperioden, Hitze und extremen Niederschlägen zu kämpfen haben.

Die Klimatologen messen weltweit jährlich höhere Temperaturen und die UNO verfasst wissenschaftliche Berichte zum Klimawandel. Neuste und verbesserte Klimamodelle berechnen einen markant stärkeren Temperaturanstieg, der in diesem Ausmass auch Wissenschaftler überrascht. Doch die Gletscherschmelze auf Grönland und in der Antarktis übertrifft in ihrer Entwicklung alle Prognosen und scheint genau die neusten Klimamodelle zu bestätigen.

Den weltweiten Veränderungen und den wissenschaftlichen Aussagen entgegen steht der politische Wille. Die Klimakonferenz in Madrid endet mit einem Nullergebnis, das nicht einmal Hoffnung auf Besserung lässt. Auch in der Schweiz zeigen die Räte in Bern beim Klimaschutz nicht die Dringlichkeit, die dem Thema und dem Geschehen geboten wäre.

Selbst die Landwirte beschäftigen extreme Niederschläge, Trockenphasen, starke Temperaturschwankungen und -extreme, welche für den Landbau und die Tierhaltung ganz neue Anforderungen stellen. So hat der CO2-Anstieg auf Kulturen positive wie negative Effekte. Forschungen zeigen bei Zuckerrüben einen positiven Effekt, hingegen gedeiht Gerste eher schlechter. Welche Pflanzen profitieren unter den veränderten Klimabedingungen und warum kann humusreicher Boden den Ertrag stabil halten?

Für das neue Jahr hoffe ich, dass es beim Klimaschutz vorwärts geht und das Ziel, Netto-Null-Treibhausgase, mit wirksamen Regeln im CO2-Gesetz angestrebt wird. Gemeinsam werden wir es schaffen, aber es ist wirklich eine riesige Aufgabe, ganz aus der fossilen Energie auszusteigen. 

Jede und jeder kann in seinem Bereich dazu beitragen und den eigenen ökologischen Fussabdruck verkleinern. Was schont das Klima? Das Zugfahren ist klimafreundlich, Fliegen hingegen nicht. Die Wärmeisolation von Häusern und ein Auto mit wenig Benzinverbrauch schonen das Klima ebenfalls. Wird ein Gerät bis ans Lebensende gebraucht oder gar als Secondhand weiterverkauft, so senkt dies langfristig den CO2-Ausstoss. Und schliesslich ist das Kunststoff-Recycling auch ein Beitrag zum Klimaschutz. Wir Grünen setzen uns auf allen Ebenen für Nachhaltigkeit ein und hoffen auf aktive Unterstützung aus der Bevölkerung in diesem entscheidenden Jahr.