Kein Tiefenlager beim Grundwasser Rheinauerfeld

13.03.020

AZ-Forum-Beitrag von Thomas Feer, Präsident Grüne Weinland

Sauberes Trinkwasser ist für uns Menschen wichtig. Darum schützen wir Quellen, Grundwasserströme und Fliessgewässer. Und genau dort, wo eines der grössten Trinkwasserspeicher der Schweiz liegt, soll angrenzend das Tiefenlager gebaut werden. Das widerspricht der Idee des Grundwasserschutzes.

Der Kanton Zürich hat richtig und vorausschauend den Grundwassersee im Rheinauerfeld als strategische Trinkwasserreserve deklariert. Damit ist das Rheinauerfeld gemäss Wasserschutzgesetz der Kagegorie Au zugeteilt. Damit hat der Kanton den Vollzug geleistet, den der Bund ihm zugewiesen hat.

Trotz dem kantonalen Schutz bezeichnet das BFE im Rahmen der Tiefenlagersuche diese Deklaration als nichtig und kommt gar zum Schluss, dass nur Bundesrecht anzuwenden sei. Doch neueste Studien belegen, dass der Bund genau diesen Ausschluss der kantonalen Schutzgüter nicht vornehmen darf. Denn der Kanton hat nachvollziehbar gehandelt und auch das Einzugsgebiet des Grundwassersees berücksichtigt.

Die Nagra plant heute in das Einzugsgebiet des Rheinauerfelds die Oberflächenanlage. Bei einem Brand kann kontaminiertes Löschwasser in den Boden gelangen und das Grundwasser radioaktiv verseuchen. Flüssigkeiten wie Diesel für das Notstromaggregat und chemische Lösungen für Reinigung und Behandlung schwach strahlender Abfälle sind mit dem Gewässerschutzgesetz nicht vereinbar, denn viele dieser Stoffe sind im Bereich des Grundwassers verboten.

Warum muss also unser Trinkwasser gefährdet werden? Dabei gäbe es wenige hundert Meter entfernt ein Gebiet, wo das Wasser vom strategischen Grundwasser wegfliesst. Dieser Standort würde dem Gewässerschutz und dem Vorsorgeprinzip aus der Bundesverfassung besser entsprechen. Das Vorsorgeprinzip ist ein zentraler Schutzgedanken im Umweltschutz, das auch im Gewässerschutz abgebildet ist.

Der Rheinauer Grundwassersee kann den halben Kanton mit Trinkwasser versorgen. Die Stadt Winterthur hält eine Nutzungslizenz, die sie bisher nicht eingelöst hat. Eine Transportleitung nach Süden ist geplant, die einen Anschluss an ein überkantonales Versorgungsnetz haben wird. Dieses besteht bereits heute und versorgt die Städte Winterthur und Zürich.

Das Rheinauerfeld betrifft nicht nur uns, sondern den ganzen Kanton. Es ist nichts als Recht, dass der Kanton sich schützend einmischt und den Bund und die Nagra in die Schranken weist. Stellen wir uns hinter den Kanton. Denn wer möchte Wasser erschliessen, das einem nuklearen Risiko ausgesetzt ist? Bekämpfen wir diesen Planungsfehler und sichern wir unser Trinkwasser!