Kantonale Mobilitätsstrategie «DiNaMo»: Prädikat «ungenügend»

Fr 02.07.21

Medienmitteilung der Grünen Kanton Zürich zur kantonalen Mobilitätsstrategie «DiNaMo»

 

Die neue Verkehrsstrategie «DiNaMo» des Amtes für Mobilität missachtet die kantonalen Verkehrsgrundsätze: «Vermeiden, verlagern, verträglich abwickeln». Unter dem Deckmantel der Digitalisierung setzt sie stattdessen auf eine höhere Auslastung der Strassen durch den motorisierten Individualverkehr.

Offenbar sind die Debatten um den Klimaschutz und die starke Belastung von Ortszentren und Umwelt durch den Motorisierten Individualverkehr (MiV) an der Volkswirtschaftsdirektion (VD) vorbeigegangen. Die neue Verkehrsstrategie hat vor allem eines zum Ziel: die höhere Auslastung der Strassen unter Einsatz von digitalen Lenkungsmechanismen. Dies, weil die Volkswirtschaftsdirektion sich an künftig steigenden Verkehrszahlen orientiert und diese für gegeben nimmt. Für die GRÜNEN ist klar: die VD hat ihre Aufgaben einmal mehr nicht gemacht. Sie muss endlich Massnahmen entwickeln, um die Strassen vom MiV zu entlasten und den motorisierten Verkehr zu reduzieren.

ÖV, Velo- und Fussverkehr missachtet

Um Strassen zu entlasten und die Quartier- und Umweltverträglichkeit des Verkehrs zu erhöhen, müssen der ÖV sowie der Velo- und Fussverkehr gegenüber dem MiV gestärkt und noch attraktiver gemacht werden. So sieht es auch die internationale Mobilitätsforschung. Im Kanton Zürich ist die Hälfte aller Autofahrten kürzer als 5 km. Hier besteht ein besonders grosses Umlagerungspotenzial. Doch davon findet sich nichts in der Strategie der VD.

Ineffizienter Wasserstoff

Obwohl ein Drittel des kantonalen CO 2-Ausstosses vom MiV stammt, bestehen die vorgeschlagenen Klimamassnahmen gerade einmal darin, dass man die Einrichtung von Elektroladestationen staatlich subventioniert. Eine unnötige Massnahme angesichts der teilweise sehr hohen Strompreise an den Ladestationen. Äusserst fragwürdig halten die GRÜNEN auch die Förderung von Wasserstoff-betriebenen Fahrzeugen: der Energieverlust durch die Elektrolyse und die Rückverstromung in der Brennstoffzelle liegt mindestens bei 75%, und überflüssigen Strom gibt es zurzeit nicht. Auch hier setzt die VD auf das falsche Ross.