Griffiger Klimaschutz auch im Bezirk

20.11.2020

AZ-Forum-Beitrag von Alfred Weidmann, Grüne Weinland
 

Die Coronapandemie trifft uns härter als im Frühjahr und sie beherrscht die Gegenwart. Doch die grosse Herausforderung der nächsten Jahrzehnte bleibt die Klimakrise. Gefordert ist eine Netto-Null-Treibhausgas-Emission bis 2050. Obwohl der Bundesrat dieses Ziel anerkennt, schlägt er in seinem Gegenvorschlag zur «Gletscherinitiative» nur eine Verminderung der Treibhausgasemissionen und zusätzlich viele Ausnahmen vor. Das Parlament hat ein CO2-Gesetz verabschiedet, das zwar die Klimaerwärmung auf 1,5 Grad begrenzen will, aber keine entsprechend zielführenden Massnahmen vorsieht. Dass die Klimajugend ein ambitionierteres Ziel, nämlich "Netto-Null 2030" fordert, hat gute Gründe. Das CO2-Gesetz ist ein wichtiger Schritt mit neuen Instrumenten: Der Klimafonds fördert technische Innovationen und erlaubt, die Energiewende sozialverträglich auszugestalten. Der besonders klimaschädigende Flugverkehr wird endlich reguliert und die Erneuerung von Ölheizungen erschwert. Es ist bequem, mit fossilem Benzin und Heizöl sorglos und verschwenderisch zu leben. Weiter so wie bisher geht jedoch nicht, wenn wir die warnenden Stimmen aus der Wissenschaft ernstnehmen. Deren Voraussagen treffen leider erstaunlich genau ein. Wir wollen doch alle, dass auch unsere Kinder und Enkel in 50 Jahren gut leben können. Bei der kommenden Referendumsabstimmung zum CO2-Gesetz werden wir entscheiden, ob wir erste Schritte auf dem langen Weg  zu einem wirksamen Klimaschutz mit vollständigem Ausstieg aus der fossilen Energie tun wollen.

Alle haben ihren Beitrag zur Dekarbonisierung (der Reduktion von CO2-Ausstoss) zu leisten. Nach Schätzungen können wir etwa einen Viertel über das Verhalten, etwa bei der Wahl der Verkehrsmittel und des Ferienziels oder bei Entscheiden über unseren Konsum und unsere Wohnsituation beitragen. Viel mehr hängt aber von strukturellen Rahmenbedingungen und von Preissignalen ab, die für alle gelten und die wir als Gemeinschaft mit demokratischen Mitteln festlegen. Klimaschutz ist nicht gratis zu haben, lohnt sich aber langfristig. Denn viele Massnahmen habe sehr positive Effekte: Fossilfreie Städte sind ohne Abgase und Lärm viel gesünder. Eine einheimische erneuerbare Energieversorgung erspart uns Kosten für Ölimporte und schafft Arbeitsplätze.

Auf regionaler Ebene könnten wir die ZPW (Zürcher Planungsgruppe Weinland) mit einem regionalen Klima-Masterplan beauftragen und die Energieregionen stärken. Themen sind die Nutzung der Holzenergie, die Förderung von Solarstrom und Batteriespeichern, die energetische Nutzung von organischen Abfällen, die Winter-Versorgungssicherheit mittels Wärmekraftkopplung mit Ausbau von Wärmeverbünden.

Es gibt auch bei uns regional einiges zu tun, packen wir es gemeinsam an!