Gefährliche Hitzeinseln: Jetzt ist handeln gefragt

Mi 20.06.18

Medienmitteilung der Grünen Kanton Zürich zu den neuen Klimakarten

Mit den neuen Klimakarten stellt der Kanton nun ein aussagekräftiges Planungsinstrument zur Verfügung. Wenn an Hitzetagen die Temperatur über 30 Grad steigt und in der Nacht nicht mehr unter 20 Grad sinkt, verschlechtert sich das Wohlbefinden und die Gesundheit von besonders anfälligen und auch von gesunden Menschen. Die BAFU-Studie «Hitze und Trockenheit im Sommer 2015» zeigt auf, dass in diesem Jahr 800 Menschen an den Folgen der Sommerhitze gestorben sind. Es kann nicht bestritten werden, dass in Zukunft mit längeren und heisseren Hitzeperioden zu rechnen sein wird. Hohe Temperaturen treiben die Ozonwerte in die Höhe. Für Kinder und ältere Leute kann die Bewegung im Freien der Gesundheit enorm schaden.

In der Stadt Zürich hat die Bevölkerung im 2017 mit der Grünstadt-Initiative den Grundstein gelegt für einen besseren Schutz und eine vermehrte Förderung von Grünräumen. Es sind vor allem Grünraume, welche die Sommerhitze in städtischen Gebieten etwas erträglicher machen. Die Grünen Forderungen sind schon lange auf dem Tisch und müssen auch im restlichen Kantonsgebiet durchgesetzt werden:

  • Mehr Bäume und schattige Grünflächen in allen Siedlungsgebieten
  • Weniger Asphalt, mehr entsiegelte Böden
  • Beim Bauen die Durchlüftung der Stadt beachten
  • Begrünung von Fassaden und Dächern
  • Wirksame und flächendeckende Temporeduktion bei steigenden Ozonwerten.

Mit den neuen Klimakarten ist erst ein Schritt getan. Griffige Massnahmen bei der Gestaltung des Siedlungsraums, bauliche Vorschriften für einen verbesserten Hitzeschutz und ein aktiver Gesundheitsschutz durch flächendeckende und rechtzeitige Warnungen der Bevölkerung ist dringend nötig und kann nicht länger hinausgeschoben werden. Entgegen den Prognosen des BAFU zweifelt die Regierung immer noch daran, dass sich der Trend zu lang andauernden Hitzeperioden verstärkt (vgl. Antwort der Anfrage 72/2018 «Gefährliche Hitzewellen – ist die Warnung der Bevölkerung ausreichend?»). Die Grünen fordern die Regierung auf, ihre Verantwortung zum Schutz der Bevölkerung vor den schädlichen Folgen des Klimawandels wahrzunehmen.