Wir begrüssen die Absicht des Stadtrates, dass mit der neuen Prostitutionsge-werbeverordnung die Risiken für Prostituierte gesenkt und deren Schutz und Selbstbestimmung erhöht werden sollen. Ebenfalls begrüssen wir den Strichplatz mit Boxen und Strichcamping an der Aargauerstrasse. Hier wird eine grössere so-ziale Kontrolle möglich, sanitäre Einrichtungen und Anlaufstellen werden vor-handen sein.

Wir bedauern, dass der Stadtrat auf die Möglichkeit verzichtet hat, das Sexgewerbe als sittlich zu deklarieren, damit Sexarbeiterinnen gültige, dem OR unterstellte Verträge abschliessen können. Dies könnte zu einer neuen Praxis für die Gerichte führen und absurde Urteile verhindern, wie z.B. bezüglich Eheunfähigkeit und ungültige Mietverträge von Prostituierten.

Der Stadtrat möchte die Meldepflicht bereits nach einer halbjährigen Pilotphase definitiv einführen. Es ist fraglich, ob nach so kurzer Zeit die Auswirkungen bereits eingeschätzt werden können. Momentan ist es sehr unsicher, ob das Meldeverfahren Frauenhandel und die Prostitution von Minderjährigen eindämmen kann, zumal das AWA des Kantons bereits jetzt Minderjährigen die Bewilligung verweigert.

An der heutigen Medienkonferenz hat Claudia Nielsen eindrücklich erklärt, dass sexuell übertragbare Krankheiten bei Prostituierten 60 mal mehr verbreitet sind als beim Rest der Bevölkerung und dass die Gefahr der Ansteckung für Sexarbeiterinnen, Freier, Partner, Partnerpartner etc. sehr gross ist.  Einhellig wurde beschwört wie wichtig der Gesundheitsschutz sei. Konsequenterweise müsste man den Freiern verbieten, ungeschützten Sex zu verlangen. Die Grünen sind keine Fans von Verboten und natürlich wäre es wunderbar, wenn alle Freier freiwillig Kondome benutzen würden. Die Anzahl der Neuansteckungen mit HIV/Aids und anderen Geschlechtskrankheiten belegt jedoch, dass die Grenzen der millionenteuren Aufklärungskampagnen erreicht sind.

Am wichtigsten ist uns jedoch, dass der Menschenhandel gestoppt wird. Es sind zwar Opferschutzbestrebungen im Gange, aber zum konsequenten Vorgehen gegen Zwangsprostitution und  Menschenhandel gehören Zeugenschutzprogramme für die Opfer, die den Mut aufgebracht haben, gegen Menschenhändler oder Zuhälter auszusagen.

Aus Sicht der Grünen fehlt dem Platz aber der richtige Name. Wir schlagen die Umbenennung des Strichplatzes in Aargauerplatz vor.