Fraktionserklärung: Und sie wissen nicht, was sie tun?

Mo 10.02.20

Das Online-Magazin Republik hat kurz vor Weihnachten seine erste Recherche über den schweizweit grössten Kita-Betreiber globegarden publiziert, Titel: Die Firma. Die Themen: Schlechte bis illegale Arbeitsbedingungen, permanenter Kostendruck, ständiger Personalmangel, übermässiger Stress für die Betreuenden, hungrige Kinder, vermisste Kinder, verunfallte Kinder, geschönte Geschichten über den Krippentag für die Eltern, Ungereimtheiten im Zusammenhang mit der Krippenaufsicht, Rechtsstreitigkeiten mit Gemeindebehörden. Entpuppt sich da gerade die Vision von globegarden 'globegarden is a great place to grow und damit ein fantastischer Ort für Ihr Kind und die ganze Familie ' erstmals für eine breitere Öffentlichkeit als Fakenews?

Nun, die Recherche veranlasste uns Grüne und AL, anfangs Januar zur Interpellation 'Aufsicht von Kinderkrippen'. Allgemeine Fragen zur Krippenaufsicht im Kanton Zürich standen für uns dabei im Zentrum. Weil globegarden aber auch Kindertagesstätten in den Gemeinden Affoltern am Albis, Dietlikon, Kloten, Wallisellen und Zollikon betreibt, für die das Amt für Berufsberatung AJB die Krippenaufsicht übernommen hat, wollen wir natürlich auch in Erfahrung bringen, ob das AJB in den vergangenen fünf Jahren auf Missstände bei globegarden hingewiesen wurde und falls ja, wie diese lauteten und wie das AJB diesen begegnete.

 Nun, am vergangenen Freitag, 7. Februar, doppelt die Republik mit einem zweiten Artikel zu Missständen in der Firma globegarden nach. Seit Dezember 2019 haben sich weitere 24 ehemalige und aktuelle Mitarbeitende, darunter auch Kita-Leitungen von globegarden bei der Republik gemeldet. Der Titel dieses Artikels: So täuscht globegarden die Behörden: Das Thema: Deutliche Hinweise, dass globegarden, und wir reden hier immer noch von der grössten Kindertagesstätten-Kette der Schweiz, die Krippenaufsicht mit manipulierten Dokumenten täuscht. Auf keinen Fall soll bekannt werden, dass globegarden zu viele Kinder aufnimmt und zu wenig Personal für die Anzahl Kinder beschäftigt. Entpuppt sich da die Vision von globegarden 'globegarden is a great place to grow und damit ein fantastischer Ort für Ihr Kind und die ganze Familie ' gerade zum zweiten Mal für eine breitere Öffentlichkeit als Fakenews?

Die Stadt Zürich, in der 31 der insgesamt 54 Kindertagesstätten von globegarden beheimatet sind, hat nach Bekanntwerden dieser Täuschungshinweise, umgehend bekannt gegeben, dass sie diesen nun genauer nachgehen wird. Die Sprecherin des dortigen Sozialdepartements spricht gegenüber Top online von wesentlichen aufsichtsrechtlichen Aspekten.

Für uns Grüne ist klar: Auch die Bildungsdirektion bzw. das Amt für Berufsberatung stehen nun in der Pflicht, den Täuschungshinweisen bei globegarden umgehend auf den Grund zu gehen.

Denn es steht nichts Geringeres auf dem Spiel als das Kindswohl.

Wir Grüne wollen wissen, was sie tun. Denn globegarden has promised us a rosegarden.