Fluglärm: Zürcher Regierung trickst

Fr 06.12.19

Medienmitteilung der Grünen Kanton Zürich zum Flughafenbericht 2019

 

Obwohl die Flüge am Flughafen Zürich 2018 um 3% zugenommen haben, soll die Zahl der lärmgestörten Menschen in der Region urplötzlich um 11% abgenommen haben. Die Zürcher Regierung greift zu Rechentricks, damit der Flughafen weiter wachsen kann. Falsches Zeichen in Zeiten der dringenden CO2-Reduktion.


Man ändere die Messbereiche, schraube an den Zahlen, und schon hat man im Kanton Zürich angeblich 7'000 Menschen weniger, die von Fluglärm belastet sind. So geschehen im neuen Flughafenbericht 2018 der Zürcher Regierung. Obwohl die Zahl der durch den Fluglärm gestörten Menschen in der Flughafenregion seit 2009 kontinuierlich ansteigt und den Richtwert von 47'000 inzwischen massiv überschreitet, springt der Wert im Jahr 2017 auf einmal nach unten: statt wie vormals 65'500 lärmgestörte Personen sind es 2017 plötzlich nur noch 58'300. 

Für die GRÜNEN ist das völlig inakzeptabel: Man korrigiert Missstände nicht, indem man an den Zahlen schraubt, sondern indem man sie an der Quelle behebt. Anlass für die Trickserei gab ein Postulat von FDP, CVP und SVP und mit der EVP im Gefolge (KR 417/2016, Neuausrichtung ZFI): damit der Flughafenbetrieb ungehindert weiter wachsen könne. 

 

Verspätungsabbau: Bevölkerung an der Nase herumgeführt

Obwohl Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh seit Jahr und Tag verspricht, sich für die Reduktion der Flüge im sog. „Verspätungsabbau“ zwischen 23 und 23.30 Uhr einzusetzen, haben die Flüge während der Nachtsperrzeit ein neues Rekordhoch von über 3’000 erreicht. Während die Bevölkerung mit leeren Versprechen abgespeist wird, schlägt man das Zeitfenster des „Verspätungsabbaus“ quasi dem regulären Flugbetrieb zu und schiebt dafür sicherheitstechnische Gründe vor. Doch die Sicherheit des Flugbetriebs ist vor allem gefährdet, weil man ständig mehr Flugbewegung zulässt: 2018 waren es wieder 8’000 Flugbewegungen mehr oder 21 zusätzliche Flüge pro Tag.

 

Kerosinsteuer statt blindes Wachstum

Die Flughafenpolitik der Regierung gleicht einer Zwängerei, in der die Wachstumsinteressen der Flughafen ZH AG einseitig über die Interessen der Bevölkerung gestellt werden. Die Volkswirtschaftsdirektion ist offensichtlich nicht in der Lage, die Anliegen des Kantons und der Bevölkerung durchzusetzen: Wenn etwa die Zahl der inländischen Passagiere wie seit Sommer 2019 abnimmt, kompensiert man dies einfach mit neuem Transitverkehr. Dabei stammen 18% des in der Schweiz produzierten CO2 von der Fliegerei. Aus diesem Grund verlangen die GRÜNEN eine wirksame Kerosinsteuer und eine CO2-Abgabe auf sämtliche Flüge in Schweizer Flughäfen.