Petition für Energiestadt Affoltern am Albis

Diese Petition kann nicht mehr unterzeichnet werden.

Bisher 2 Unterschriften online gesammelt

Am 5. März 2018 haben wir die Unterschriften der Petition "Affoltern am Albis als Energiestadt" mit 359 Unterschriften dem Stadtpräsidenten Clemens Götsch überreicht. 

Im August 2018 hat der Stadtrat in einer Antwort an die Grünen zur Petition Stellung bezogen. Er hat darin unter anderem geschrieben: "Der Stadtrat wird sich aufgrund der Petition, im Rahmen seiner nächsten Klausurtagung anfangs 2019 und der damit verbundenen Festlegung der strategischen Ziele, nochmals vertieft mit dem Thema Energiestadt auseinandersetzen und prüfen, ob entsprechende Ziele zur Erreichung des Labels Energiestadt für Affoltern am Albis formuliert werden sollen." Bis anhin sind diese strategischen Ziele nicht veröffentlicht worden. 

An der Gemeindeversammlung vom 17. Juni 2019 hat Lilian Hurschler im Namen der Grünen nachgehakt und eine Anfrage gestellt: 

1.       Ist der Stadtrat Affoltern beim Thema Energiestadt bereits aktiv geworden? Wenn ja, was hat er bisher unternommen? Wenn nein, wieso nicht?

Antwort: Der Stadtrat hat sich durch einen Experten informieren lassen, und er hat im Rahmen seines Zukunftsworkshops das Thema Energiestadt angesprochen. Aus Ressourcengründen mussten bisher andere Prioritäten gesetzt werden. Für die Umsetzung von Projekten wurde bei der Abteilung Bau und Infrastruktur mittlerweile eine zusätzliche Stelle geschaffen, welche voraussichtlich bis Ende 2019 besetzt wird.

2.       In welchem Zeitraum strebt der Stadtrat das Label Energiestadt an?

Der Stadtrat wir bis Ende dieser Legislatur entscheiden, ob das Label Energiestadt angestrebt werden soll oder nicht.

3.       Inwiefern konnten die Bemühungen im Bereich Energiestadt Affoltern in die Legislaturziele einfliessen?

Der Stadtrat erachtet eine reine Legislaturplanung als zu kurz. Er ist daran, eine Vision 2050 zu entwickeln, welche bis Mitte 2020 bei der Bevölkerung vernehmlasst werden soll.

Die Unzufriedenheit der Grünen über diese Antworten brachte Lilian Hurschler in ihrer Stellungnahme zum Ausdruck:

"Ihre Antworten auf meine schriftliche Anfrage lässt sich folgendermassen zusammenfassen: Umsetzung Energiestadt Affoltern steht in den Sternen – falls es eine Umsetzung geben sollte, dann eine «im Schneckentempo».  (...) Weltweit gehen Tausende von Menschen auf die Strasse, weil sie sich grosse Sorgen um unser Klima und um unseren Planeten machen. Erst kürzlich war ein Bericht im Anzeiger über Jugendliche aus unserem Bezirk, welche an der Klimademo dabei waren. Auch ich war an diversen Demos dabei. Demos alleine genügen aber natürlich nicht, wir brauchen dann konkrete Taten. Denke global, handle lokal. Nun hätte es der Stadtrat Affoltern in der Hand, mit einem konkreten Energieplan aktiv zu werden.

In der Antwort 3 spricht der Stadtrat von einer Vision 2050. Erst kürzlich hat der Gemeinderat von Zürich entschieden, dass der CO2-Austoss pro EinwohnerIn auf Null gesenkt werden und zwar bis 2030. Affoltern braucht auch eine Vision 2030 – wir wollen nicht immer allen anderen hinterherhinken. Mit unserer schriftlichen Anfrage wollen wir den Gemeinderat bitten, die Umsetzung Energiestadt in ihrer Prioritätenliste ganz nach oben zu setzen. Affoltern sollte im Bezirk Vorzeigegemeinde sein – gerade auch im Bereich Energie. Der Bezirk ist als Energieregion bezeichnet – da sollte doch Affoltern längst Energiestadt sein.

2019 ist DAS Klimajahr – die letzten Wahlen haben gezeigt, dass Umweltpolitik im Bewusstsein der Bevölkerung weit vorne ist. Umso mehr würde es passen, wenn Affoltern dieses Jahr Energiestadt würde."

 

Wortlaut der Petition:

Antrag: Wir bitten den Gemeinderat, die Zertifizierung der Gemeinde Affoltern am Albis mit dem Label Energiestadt anzustreben.

Begründung

Der schonende Umgang mit Energie ist ein dringendes Gebot für die Zukunft. Bisher haben in der Schweiz 418 Gemeinden von Aadorf bis Zürich ein Zeichen gesetzt und das Label Energiestadt erhalten. In unserem Bezirk sind Aeugst, Hedingen, Knonau und Mettmenstetten bereits Energiestädte. Energiestädte leisten einen beachtlichen Beitrag für eine nachhaltige Energiepolitik. Ein wesentlicher Grund des Erfolgs des Programms Energiestadt liegt darin, dass sich die Anstrengungen zum Erlangen des Labels für eine Gemeinde auszahlen. So kann ein kluges Energiemanagement rentabel werden – zum Beispiel die Sanierung von Trinkwasseranlagen. Die entsprechenden Massnahmen lösen Investitionen aus, die für das lokale Gewerbe förderlich sind. Ein Anreiz besteht darin, dass im ganzen Prozess zum Erlangen des Labels Gemeinden selbst bestimmen, welche Massnahmen sie durchführen wollen. Der Bund nimmt über EnergieSchweiz eine beratende und unterstützende Funktion ein; die Autonomie der Gemeinden wird nicht eingeschränkt.

 

Affoltern muss nicht bei Null beginnen

Affoltern am Albis ist bereits Mitglied des Trägervereins Energiestadt Schweiz. Einige schon getroffene Massnahmen werden anerkannt. Die Gemeinde muss also nicht bei Null beginnen, um eine Energiestadt zu werden. Nach einer Anmeldung für die Zertifizierung ist der nächste Schritt, dass die Gemeinde in sechs energiepolitisch wichtigen Gebieten untersucht wird: Entwicklungsplanung und Raumordnung, kommunale Gebäude und Anlagen, Versorgung und Entsorgung, Mobilität, interne Organisation sowie Kommunikation und Kooperation. Um das Label Energiestadt zu erhalten, muss eine Gemeinde dabei mindestens 50 Prozent der maximal möglichen Punktezahl erreichen. Die Erteilung des Labels ist kein Abschluss, sondern versteht sich als Etappe in einem kontinuierlichen energiepolitischen Prozess.