Biodiversität fördern leicht gemacht!

AZ-Forum-Beitrag von Bruno Arnold, Grüne Weinland

Schlechte Nachrichten von der Biodiversität: Bienen- und Vogelsterben, Artenschwund und Rote Liste. Auch im Kanton Zürich sind ein Drittel aller Arten gefährdet. Betroffen sind zahlreiche Vögel, Insekten, Amphibien, Reptilien und Pflanzen. Ursachen gibt es viele: Zersiedelung, Verkehr, Lärm, Lichtverschmutzung oder intensive Landwirtschaft. Am schwersten wiegt aber fehlender Lebensraum und mangelndes Nahrungsangebot. Die gute Nachricht ist, dass jede und jeder mit geringem Aufwand Lebensraum und Nahrungsangebot schaffen kann.

Bereits mit einem Balkon können Sie aktiv werden. Bepflanzen Sie die Balkonkisten anstelle von Geranien und Petunien mit einheimischen Blütenpflanzen wie Tauben-Skabiose, Esparsette oder Glockenblumen. Sie erhalten dadurch eine wunderbare Blütenpracht von Frühjahr bis Herbst und die Bestäuber ein üppiges Nektarangebot. Auch ein Insektenhotel lässt sich auf jedem Balkon anbringen.

Noch einfacher geht es mit Garten. Rasen zu pflegen ist sehr aufwändig und davon hat die Natur herzlich wenig. Legen Sie stattdessen eine Blumenwiese an. Diese ist eine Augenweide, bietet vielen Insekten und Kleintieren ein Heim und macht wenig Arbeit: Höchstens zwei Mal schneiden pro Jahr und selbst dann können Sie es gemütlich angehen. Mähen Sie alternierend nur die Hälfte und lassen Sie den Rest als Rückzugsraum für Heuschrecken und Spinnen stehen.

Generell ist weniger oft mehr für die Natur: Die Natur hat es gerne unordentlich, denn Unordnung schafft Nischen: Rechen Sie das Laub im Herbst zusammen und lassen Sie den Blätterhaufen liegen, ebenso Fallobst. Igel und Co. werden es Ihnen danken. In Asthaufen und Totholz gedeihen Käfer und Blindschleichen. Auf Steinhaufen tummeln sich nach kurzer Zeit Eidechsen. Räumen Sie im Herbst verdorrte Stängel nicht ab, denn an ihnen überwintert die Schmetterlings-Generation vom nächsten Jahr. Auch vermeintliche Unkräuter wie Taubnessel, Gundelrebe oder Scharbockskraut können Sie grosszügig jäten. Die übersehenen Exemplare blühen früh im Jahr und sind wertvolle Nektarspender für Wildbienen und Hummeln.

Besonders wertvollen Lebensraum schaffen Sträucher und Hecken. Aber nicht Thuja, Buchs oder Kirschlorbeer. Wählen Sie einheimische Gewächse wie Schneeball, Pfaffenhütchen oder Mispel. Sie trumpfen auf mit Bienenweide und Vogelnahrung. Hervorzuheben ist der Efeu. Dieser blüht erst im Herbst und ernährt die Bienen und später die Vögel ausserhalb der reichen Vegetationszeit.

Weitere Anregungen finden Sie aktuell unter „missionb.ch“, der Aktion für Biodiversität von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Bestimmt ist auch für Sie etwas Passendes dabei. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Ausprobieren, Entdecken und Staunen über die kleinen Wunder der Natur!