Bayer hält an Glyphosat fest

Die Firma Bayer hat in der NZZ vom 22. Juni ein Grossinserat geschaltet, worin sie die Herstellung von Glyphosat (als Touchdown verkauft) verteidigt und Massnahmen zur besseren Akzeptanz ankündigt. So sollen unabhängige Wissenschafter Einsicht in verschiedene Studien erhalten und das kommende Bewilligungsverfahren in der EU wird transparent geführt.

Glyphosat hat einen schlechten Ruf und klagende Opfer erhalten in Prozessen gegen Bayer (s. Kalifornien) Recht. Darüber hinaus haben gemäss Bayer Pflanzen bereits Resistenzen gegen den Wirkstoff entwickelt. Der nicht sachgemässe Gebrauch soll durch bessere Information reduziert und der Einsatz in Entwicklungsländern kritisch überdacht werden.

Bayer verteidigt sein Glyphosat in der Produktepalette und will darüber hinaus bis 2030 mit fünf Milliarden Euro weitere Wirkstoffe gegen „Unkraut“ entwickeln. Unsere Böden und das Trinkwasser werden zusätzlichen – und bisher unbekannten - Giften ausgesetzt. Nebst uns Konsumenten werden auch die Biosphäre im Boden und damit die Lebewesen unseres Humus potenziell geschädigt.

Was Bayer in dem Grossinserat verkündet, ist die Weiterführung der bisherigen Geschäftsstrategie und die Förderung der intensiven Landwirtschaft. Die Giftstoff-orientierte Strategie schädigt die Fruchtbarkeit unserer Böden und setzt das im Humus gebundene Kohlenstoff als CO2 frei. Bayer’s Politik wirkt – entgegen ihrer Beteuerung - gegen die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft und ist gegen die Biobauern, die keine vom Winde verwehte Giftstoffe wünschen. Die Charme-Initiative von Bayer entpuppt sich als nichts Neues und es ist die Politik gefordert, die eine Landwirtschaft mit natürlichen Ressourcen und damit das Trinkwasser und den Humus schützt.

Thomas Feer, Unterstammheim
Präsident, Grüne Weinland