Atommüllland Weinland - Nein Danke

16.März 2021

AZ-Forum-Beitrag von Thomas Feer, Grüne Weinland

 

Diese Atomkatastrophen hätten nie geschehen dürfen, denn für die Atomindustrie war jedes AKW Tausende Jahre sicher. Und dennoch gibt es GAU‘s wie in Majak (UdSSR, 1957), Lucens (CH, 1969), Three Mile Island (USA, 1979), Tschernobyl (RU/UA, 1986) und Fukushima (JP, 2011). Während zu Beginn im Atomwettlauf der Supermächte Unfälle zum Staats- und Militärgeheimnis deklariert wurden, war der Unfall in Fukushima praktisch life weltweit zu sehen. Die Atomindustrie hat in den vergangenen Jahrzehnten den Mantel der Geheimhaltung etwas verlassen. Und es hat sich ein Sicherheitsbewusstsein entwickelt, das von worst cases Szenarien ausgeht. Doch reicht das?

Wir wissen, dass die Menschheit Uran spalten kann, aber die meisten Unfälle geschehen nach menschlichen Fehlern. Man könnte nun meinen, mit Technik alles zu kontrollieren und dann sei gut. Aber Fukushima zeigt auch, dass es immer wieder unvorhergesehene Ereignisse gibt. Wir Menschen sind unzulänglich und unsere Vorsorge ist immer lückenhaft. Darum ist die Frage berechtigt, können wir die Atomkraft wirklich beherrschen?

Die Schweiz startete beim Reaktor in Lucens mit Natururan, was Ausgangsmaterial für atomwaffenfähiges Uran ist. Der Schweizer Eigenbau erlebte wenige Monate nach Betriebsaufnahme eine Havarie. Die hochaktiven Abfälle dieses GAU’s (grösst anzunehmender Unfall) sind heute im Zwilag. Die Energiewirtschaft mit Beznau I folgte danach. Inzwischen ist Beznau I mit über 50 Betriebsjahren das älteste AKW der Welt. Beim damaligen Bau gab es keine Computer und die Materialkontrolle stand in den Kinderschuhen. Und trotzdem bewilligt das ENSI heute den Betrieb dieser mit Einschlüssen versehenen Reaktorhülle. Es ist nicht das ENSI, das eigentlich hier der Sündenbock ist, nein es ist unsere Politik, die nach wie vor den Einsatz der AKW’s unterstützt. Wir sind der Meinung, dass nur ein sofortiger Ausstieg die Risiken wirksam beseitigt und die Produktion hochaktiven Abfalls stoppt.

Dereinst wird der Atommüll von Mühleberg in das mögliche Tiefenlager im Weinland gebracht. Die Abschaltung dieses AKW’s schadet der Stromversorgung im Kanton Bern überhaupt nicht, denn der Strom von Mühleberg wurde nach Italien verkauft. Und unsere Region soll diesen Atommüll hüten! Neuste Diskussionen bringen die unwirtschaftliche und hoch subventionierte Atomkraft als grüne Energie auf. Dabei verschmutzt die Verarbeitung des Uranerzes die Umwelt und 60% der erzeugten Energie wird als Abwärme im Kühlturm abgegeben. Zudem wird nur ein kleiner Anteil des Urans im AKW verbrannt. Wenn sich der Etikettenschwindel der „grünen Atomenergie“ durchsetzt, dann wird das Weinland zum permanenten Atommüllland. Das wollen wir nicht! Wir setzen auf erneuerbare Energien, die deutlich günstiger und innovativer sind und das Kleingewerbe begünstigen.