NEIN ZUM LANDGESCHÄFT STADTHAUSAREAL AM 19. MAI 2019

Das Geschäft Stadthausareal beschäftigt Adliswil schon seit vielen Jahren. Die brachliegende Fläche in Mitten der Stadt steht symbolisch für die Umstrittenheit der weiteren Verwendung dieses Grundstückes. Jetzt soll das Grundstück an einen Investor verkauft werden. Es sollen ein Hotel, ein Gesundheitszentrum und Appartements entstehen

 

http://www.adliswil.ch/de/politik/gemeinderat/geschaefte/?action=showinfo&info_id=568240

 

Die Grüne Partei Adliswil lehnt die Vorlage Landgeschäft Stadthausareal ab. 

Beim Stadthausareal handelt es sich um das letzte grosse Grundstück im Stadtzentrum. Die Stadt Adliswil hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Grundstücke verkauft und verfügt heute kaum noch über eigenen Boden. Mit dem geplanten Projekt verliert die Stadt Adliswil das letzte strategisch wichtige Grundstück im Stadtzentrum. Statt einem Verkauf soll das Land im Baurecht abgegeben oder selber genutzt werden.

Das Areal an bester Lage soll nicht verkauft, sondern auch zukünftigen Generationen zur Verfügung stehen. Die Gesamtbevölkerung soll durch eine direkte Nutzung profitieren können, beispielsweise mit dem Bau eines Parks.

Der Abriss der bestehenden Bauten an der Zürichstrasse 1 und 3 wird abgelehnt. Mit dem Grundstein-Haus wird eines der letzten einzigartigen, alten und identitätsstiftenden Häuser, die das Ortsbild der Stadt Adliswil Jahrzehnte lang prägten, mit einer Annahme der Vorlage Geschichte sein. Ebenso sollen der Jugendtreff "Peppermind" und die Kunstgalerie, welche heute rege genutzt werden, dem Projekt weichen.

 

Deshalb lehnen wir die Vorlage entschieden ab und stimmen am 19. Mai 2019 an der Urne NEIN.

 

Link der IG Stadthausareal:  https://ig-stadthausareal.jimdofree.com/

 

Votum zum Stadthausareal an der Sitzung des Grossen Gemeinderates am 12. Dezember 2018

Marianne Oswald (GP)

Erstmal vorweg: Die Grüne Fraktion lehnt das Geschäft Stadthausareal ab. Dies ist natürlich wenig verwunderlich, wenn man weiss, dass wir schon seit Jahren dagegen kämpfen, dass Adliswil all sein Land verkauft. Wir haben das Projekt übrigens schon 2015 abgelehnt und sind froh, dass immerhin unsere Forderung nach einer Volksabstimmung erfüllt wurde. Das Stadthausareal liegt an bester Lage, gleich an der Sihl, bei der Brücke, mitten im Zentrum. Seit Jahren wird geplant und diskutiert und auch prozessiert. Viel Wasser ist seit Anfang der Planung die Sihl heruntergeflossen. Nun haben wir ein Projekt, das mittlerweile in die Jahre gekommen ist. Die Bedürfnisse haben sich verändert. So stimmen wir heute über ein Projekt ab, welches bereits ein wenig veraltet ist und womit die wenigsten richtig glücklich sind. Ein Hotel? Gibt’s schon bald im nahen Green City. Ein Ärztehaus? Ist schon beinahe fertig gebaut, unmittelbar auf der anderen Strassenseite. Trotzdem soll nun dieses Projekt durchgeboxt werden und man kann sich fragen: Wieso? Warum soll das Land überhaupt verkauft werden? Warum behalten wir es nicht einfach? So ein Stück Land, so zentral und schön an der Sihl gelegen, das bekommen wir nie mehr zurück. Ein Herzstück, eine Perle. Meine Damen und Herren, so etwas zu verkaufen, ohne Not, ist einfach nicht richtig, es ist nicht weitsichtig! Wenn wir es behalten, können wir - bzw. unsere Nachkommen - nicht nur hier und jetzt, sondern auch in Zukunft noch darüber bestimmen, was mit dem Land geschehen soll. Trotz den 25 Jahren Vor- bzw. Rückkaufrecht – zum Marktpreis wohlbemerkt – ist es nicht realistisch, dass Adliswil dieses Land je zurückkaufen kann. Das Land zu verkaufen ist auch eine verpasste Chance. Die Chance, unser Zentrum wirklich zu gestalten, etwas zu machen, das allen dient. Ein Teil könnte z.B. wie vorgesehen im Baurecht abgegeben werden, da kann man schöne Wohnungen darauf bauen. Ein Teil könnte aber auch den Adliswilerinnen und Adliswilern zur Verfügung gestellt werden, z.B. mit einem Pärkli, einem Begegnungsort. Ich persönlich finde es immer noch schade, die Liegenschaft Zürichstrasse 1 und 3 einfach abzureissen. Das Grundstein-Haus ist eines der letzten schönen, alten und identitätsstiftenden Häuser in Adliswil. Die momentan eingerichtete Kunstgalerie mit ihren Ausstellungen ist eine Bereicherung, und auch das Peppermind wird gerne genutzt. Warum das nicht als Basis nutzen? Das ist mal eine Idee, auch um aufzuzeigen, dass es noch andere Optionen gibt als das vorliegende Projekt. Die Grünen lehnen den Antrag des Stadtrats ab. Haben wir den Mut, nun die Notbremse zu ziehen und zu sagen: zurück auf Feld 1. Denn was mit dem Stadthausareal passiert, wird unsere Stadt für lange Zeit prägen.

 

Initiative «Boden Behalten – Adliswil nachhaltig gestalten» ist Zustande gekommen

Initiative zur nachhaltigen Verwendung von städtischem Boden

 

Initiative als PDF

 

Die Grüne Partei und SP Adliswil lancierten letzten Sommer gemeinsam eine Initiative um  den Verkauf von städtischen Grundstücken zu verhindern.
 
Die Initiative «Boden Behalten – Adliswil nachhaltig gestalten» fordert, dass der Verkauf von städtischen Grundstücken nur noch in Ausnahmefällen erlaubt ist. So zum Beispiel Grundstücke die kleiner als 100 m2 sind oder wenn im Zeitraum von fünf Jahren vorher ein vergleichbares Grundstück durch die Stadt erworben wurde. Ebenso erlaubt sein soll ein Verkauf an gemeinnützige Organisationen sowie zur Realisierung öffentlicher Bauten durch Kanton oder Bund.
 
Auslöser zu dieser Initiative waren eine Reihe von Grundstücksverkäufen der Stadt Adliswil in den vergangenen Jahren, zuletzt der Verkauf des Grundstücks Neugut. Grüne und SP vertreten die Ansicht, dass Bauland das Tafelsilber jeder Gemeinde ist, da Einzonungen heute kaum mehr möglich und das verfügbare Bauland daher begrenzt ist. Mit dem Verkauf von Bauland vergibt die Stadt die Möglichkeit, aktiv auf die Gestaltung der Stadt Einfluss zu nehmen. Bei einer Vergabe im Baurecht können zukünftige Generationen neu über die Verwendung der Grundstücke entscheiden.
 
Die Grüne Partei und SP konnten am 13. September fast 700 Unterschriften an die Stadt Adliswil (link Pressemitteilung) übergeben. Im Dezember gab die Stadt bekannt, dass die Initiative mit 616 gültigen Stimmen (500 waren erforderlich) zustande gekommen ist (link Pressemitteilung). Danke an alle, die unsere Initiative mit einer Unterschrift unterstützt haben!

 


 

Motion vom 6.3.2019

von Marianne Oswald (Grüne) Daniel Schneider (Grüne) und Angela Broggini (Grüne)

betreffend: Veloverkehrskonzept

Der Stadtrat wird beauftragt ein aktuelles Veloverkehrskonzept zu erarbeiten. Er sorgt für eine bessere Veloinfrastruktur und ein dichteres Veloroutennetz mit dem Ziel, Velofahren in Adliswil attraktiver und sicherer zu machen.

Hierbei wird insbesondere auf folgende Punkte geachtet:

  • Die Sicherheit der Velofahrenden
  • Ein friedliches Nebeneinander mit anderen Verkehrsteilnehmern
  • Eine gute Praxistauglichkeit der Wegführung, Verbindungen zwischen den Quartieren, ins Zentrum und zu den Nachbargemeinden
  • Eine gute Beschilderung und Markierung der Velowege/-routen
  • Velostationen mit Witterungsschutz, allenfalls Lademöglichkeit für E-Bikes und genug Platz für Lastenräder und Veloanhänger an geeigneten Orten

 

Begründung:

Am 23.09.2018 hat die Schweizer Bevölkerung mit 73.6% Ja gesagt zum Bundesbeschluss über die Velowege. Auch die Adliswiler Stimmberechtigten haben dem sogenannten ‚Veloartikel’ mit deutlichem Mehr zugestimmt. Bessere und sicherere Velowege sind also ein grosses Bedürfnis einer breiten Bevölkerungsschicht.

Das Velo ist ein günstiges, emissionsloses und gesundheitsförderndes Transportmittel und Sportgerät. Zudem entlastet es den motorisierten Verkehr bei kurzen und mittleren Distanzen.

Leider steht es um die Bedingungen für Velofahrende nicht zum Besten in Adliswil. Auf den Hauptstrassen fehlen Velostreifen weitgehend oder lösen sich an kritischen Stellen in Luft auf, z.B. auf der Zürichstrasse. Viele Fusswege sind mit einem generellen Fahrverbot belegt, Velos nicht mal im Schritttempo erlaubt, beispielsweise auf dem Asylweg.

Bergauf sind Velofahrende ohne Elektrounterstützung relativ langsam und verleiten Autofahrende gerade bei engen Verhältnissen zu riskanten Überholmanövern, z.B. auf der Wachtstrasse oder der Rellstenstrasse.

Velofahrende in Adliswil sind oft gezwungen zu wählen zwischen der Gefahr durch unachtsame Autofahrende, grossen Umwegen und der Illegalität der Fusswege.

Gleichzeitig werden E-Bikes immer beliebter als Transport- und Freizeitgerät. Dies bringt neue Herausforderungen bezüglich Velowege, jedoch auch Chancen gerade für eine Stadt mit der Topographie von Adliswil.

Als Verbindungs- und Durchgangsort zwischen Zürich und dem Naherholungsgebiet Sihlwald ergeben sich mit einem geschickten Konzept zudem Chancen, Adliswil als ‚Velorastplatz’ zu etablieren.

Der Kommunale Richtplan zum Radverkehr datiert auf das Jahr 1998 und genügt den heutigen Anforderungen nicht mehr. Gerade als Energiestadt ist eine velofreundliche Verkehrsplanung jedoch von grosser Wichtigkeit.

 

Marianne Oswald /  Daniel Schneider / Angela Broggini

 

Motion als PDF