Stammertal und das Weinland

von Thomas Feer, Unterstammheim, Weinländer Grüne

 

Zuweilen wird vor den Wahlen die Einheit des Weinlands gesucht und gleich festgestellt, dass dieses Weinland im Norden nach Schaffhausen und im Süden nach Winterthur orientiert ist. Diese Feststellung mag wohl so richtig sein, aber gilt sie auch für das Stammertal?

Das Stammertal gehört zum Weinland, und das wird auch so bleiben. Dennoch sind die wirtschaftlichen Kräfte der Ballungszentren hier weniger markant als entlang der A4 durchs Weinland. Im beschaulichen Stammertal wird vereinzelt gar mit Argwohn wahrgenommen, was sich so in der Schweiz tut. Und dennoch profitieren einzelne aus dieser Lage sehr wohl.

Attraktivität pflegen

Langfristig wird dies nicht ausreichen. Diese Region hat attraktive Seiten, die auch in ihrer Kultur verwurzelt sind. Aber nicht allein die Kultur belebt; es braucht auch Einkommen, das leider nicht immer lokal zu finden ist. Darum pendeln etliche nach Winterthur und Zürich. Die Reise in die Ballungszentren wird demnächst mit dem Halbstundentakt ab 2018 flexibler. Dennoch dauert die Fahrt von Stammheim nach Winterthur zu lange, weil es im Raum Winterthur zu viele Haltestellen gibt.

Nebst einer schnelleren Verbindung der S29 benötigt die Region auch Dienstleistungen, die junge Familien zum Einzug in die Dörfer lockt. Kinderkrippen, schulische Qualität und Vielfalt, qualitativ gute Dienstleistungen der Gemeinden und bezahlbare Steuern sind Eigenschaften, die Zuzügern schmeicheln werden. Damit dies in ansprechender Qualität möglich ist, kann eine Gemeindefusion im Stammertal durchaus hilfreich sein.

Als Grüner Kandidat trete ich für einen ökologisch und attraktiven öV, für die Anliegen junger Familien und eine qualitativ gute öffentliche Hand ein. Gemäss unserem Motto «besser statt mehr» geht es um einen qualitativen und massvollen Angebotsumbau.  Gerade mit der KiTa Stammertal hat die Region einen Mehrwert, der von privater Hand geführt und finanziell von den Gemeinden unterstützt wird. Das ist ein Vorbild!

Endlager – aber bitte sicher

Als Weinländer beteilige ich mich in der Regionalkonferenz. Im Sachplanverfahren steht die Sicherheit an oberster Stelle, was meine Mitwirkung in der Fachgruppe Sicherheit sinnvoll macht. Sicherheit wird durch klar definierte Prozesse im Umgang mit dem nuklearen Abfall geschaffen. Es gibt Weinländer, die gerne die finanziellen Vorteile - wie Steuersenkungen - in den Vordergrund stellen. Dies ist aber kurzsichtig. Denn bei einem Unfall mit radioaktiver Freisetzung sind die Schäden möglicherweise beträchtlich höher. Sie reichen über die Standortgemeinde hinaus und bedrohen viele in ihrer Existenz. Für mich stehen Zahlungen immer auch im Verdacht, Bedenken auszukaufen und zugleich gewisse Risiken zu vertuschen. Ausserdem erhalten Nachbargemeinden – so etwa das Stammertal, Henggart, Andelfingen oder das Flaachtal – in der Regel gar nichts, ausser sie fusionieren mit der Standortgemeinde.