Gentechnologie in der Landwirtschaft?

Medienmitteilung der Grünen Stadt Uster, 17. September 2015

Die von den Grünen organisierte Podiumsveranstaltung zu «Gentechnologie in der Landwirtschaft» vom 16. September 2015 ging der Frage nach, ob im Kanton Zürich ein Anbauverbot für gentechnisch veränderte Pflanzen festgeschrieben werden soll. Einen entsprechenden Vorstoss hat der Grüne Urs Hans im März 2015 im Kantonsrat eingereicht.

Sabine Wettstein (FDP), Urs Hans (Grüne), Philipp Kutter (CVP) und Daniel Wäfler (SVP) erörterten in der Diskussion mit dem Moderator Eduard Gautschi, Redaktor beim «Anzeiger von Uster/Zürcher Oberländer» und dem anwesenden Publikum die vielfältige Chancen und Risiken der Gentechnologie in der Landwirtschaft.

Die Bildungspolitikerin Sabine Wettstein plädierte zum Zwecke der Stärkung des Forschungsstandortes Schweiz für die vollumfängliche Forschungsfreiheit auch im Bereich der Gentechnologie. Ein zukunftsfähiger Forschungsplatz Schweiz zieht die weltweit besten Forscherinnen und Forscher an und sichert Arbeitsplätze.

Für den Bio-Bauern Urs Hans sind die mit dem Anbau gentechnisch veränderten Pflanzen einhergehenden Risiken enorm. Die Vielfalt des Saatgutes – nebst dem Boden das wichtigste Kapital eines Bauern – und der biologische Landbau sind als Folge der Saatgutmonopolisierung akut bedroht. Die Koexistenz von herkömmlichen Kulturen und gentechnisch veränderten Pflanzen ist in der kleinräumigen Schweiz nicht umsetzbar. Urs Hans plädierte für weitere Forschungsversuche unter kontrollierten Bedingungen.

Philipp Kutter, Stadtpräsident von Wädenswil, votierte dafür, die Chancen und Risiken der neuen Technologie sorgsam zu erforschen. Ein Denkverbot ist gefährlich, weil dank der Gentechnologie beispielsweise auch resistentere Pflanzen gezüchtet werden können, die in gewissen Weltregionen zur Bekämpfung des Hungers gebraucht werden.

Für den Agrartechniker Daniel Wäfler besteht in der hiesigen Landwirtschaft gar kein Bedarf nach gentechnisch veränderten Pflanzen. Die Konsumentinnen und Konsumenten fragen qualitativ hochwertige landwirtschaftliche Produkte nach. Die kleinbäuerlich geprägte Schweizer Landwirtschaft kann sich dadurch klar von der europäischen Grosslandwirtschaft abheben.

Karin Fehr, Kantonsrätin Grüne und Mitorganisatorin des Anlasses, zeigt sich von den facettenreichen Diskussionen begeistert: «Die engagierten Voten aller Anwesenden zeigten, dass das Thema Gentechnologie in der Landwirtschaft, insbesondere auch die damit einhergehenden Gefahren, Jung und Alt sehr bewegt».