Nach der Ernährungssicherung ist es Zeit für Fair-Food!

Nach der Annahme der Ernährungssicherung am vergangenen Sonntag ist es Zeit, auch die Nahrungsimporte anzuschauen. So wünschenswert die Eigenständigkeit und Unabhängigkeit der Schweiz ist, auf Importe bei Futter- und Nahrungsmitteln kann nicht verzichtet werden. Und es ist gut hinzuschauen.

Zahlreiche Abstimmungen, welche aktuell und in nächster Zeit anstehen, zeugen vom Interesse für die Ernährung. Das ist richtig, denn die Landwirtschaft produziert unsere Nahrungsmittel und gestaltet die Landschaft, in der wir leben. Die Produktion unserer Lebensmittel macht aber nicht an der Grenze halt. Ungefähr 40% unsere Nahrungsmittel werden im Ausland produziert. Für die Produkion von Lebensmitteln für uns ausserhalb der Schweiz tragen wir auch Verantwortung.

Mit oder ohne Ernährungssicherung wird sich an den Verhältnissen kaum etwas ändern. Der Selbstversorgungsgrad und die Futter- und Lebensmittelimporte werden in gleichem Umfang bleiben. Diese Nahrungsmittel werden auf dem Weltmarkt und zu Weltmarktpreisen beschafft.

In der Schweiz müssen hohe Anforderungen in den Bereichen Tierschutz, Umweltschutz und soziale Absicherung der ProduzentInnen sowie der Angestellten eingehalten werden. Im Gegensatz dazu ist im globalen Markt der Preis ausschlaggebend. Der Wettbewerb drückt die Produzentenpreise und treibt die Industrialisierung der Landwirtschaft voran. Die bekannten Folgen sind Massentierhaltung, Monokultur sowie Ausbeutung von Land und Leuten. Lebensmittelskandale sind eine weitere traurige Konsequenz dieser Entwicklung.

Um dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen haben die Grünen die Fair-Food-Initiative gestartet. Mit der Fair-Food-Initiative fordern die Grünen Mindeststandards für alle importierte Lebensmittel. Dies bedeutet Fleisch aus tierfreundlicher Haltung statt aus Tierfabriken. Eier aus Freilaufhaltung statt aus Legebatterien. Gemüse aus nachhaltiger Produktion und von fair entlöhnten ArbeiterInnen statt von ausgebeuteten Arbeitssklaven in den Spanischen Gewächshauswüsten.

Durch die Fair-Food-Initiative entsteht ein fairer Markt für nachhaltig hergestellte Lebensmittel.  Zudem gibt es gleichlange Spiesse bei den Produktionsbedingungen. Die Schweizer ProduzentInnen können saisonale und regionale Produkte konkurrenzfähig anbieten und müssen nicht fürchten durch den Freihandel verdrängt zu werden.

Mit der Fair-Food-Initiative nehmen wir unsere Verantwortung wahr und schaffen einen Mehrwert für die ProduzentInnen, KonsumentInnen, Umwelt und Gesellschaft: sowohl in der Schweiz als auch anderswo, wo für uns Essen produziert wird.

 

Bruno Arnold, Unterstammheim, Grüne Weinland