Migration

Migration hat es immer gegeben und wird es immer geben. Im 19. Jahrhundert haben viele SchweizerInnen ihre Heimat aus Armut verlassen. Heute ist die Schweiz reich geht es der Schweiz gut, die Zuwanderung ist grösser als die Abwanderung. Menschen aus aller Welt kommen aufgrund von mangelnden Perspektiven, Kriegen, politischer Verfolgung, Umweltkatastrophen und Armut oder schlichtweg aufgrund Ihrer Arbeit oder Familie in die Schweiz. Solange die Kluft zwischen reichen und armen Ländern bestehen bleibt, und solange es Länder gibt, die Menschenrechte missachten, werden Menschen migrieren.

Der Reichtum der Schweiz basiert auf ihrer internationalen Vernetzung. Deshalb ist es die Pflicht der Schweiz, den Frieden und das ökologische Gleichgewicht auf der Welt zu fördern, faire Handelsbedingungen zu schaffen, den gegenseitigen Knowhow-Transfer zu fördern,  und die Tradition der Humanität aufrecht zu erhalten sowie das ungerechte Steuerdumping abzuschaffen.

Die Angst und die Vorurteile gegenüber dem Fremden beeinträchtigt die Lebensqualität aller Menschen in der Schweiz und lässt vergessen, dass der Erfolg der Schweiz zu einem wesentlichen Teil auch auf der Zuwanderung basiert. MigrantInnen leisten einen wichtigen Beitrag zum wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg der Schweiz. MigrantInnen sind wie SchweizerInnen, Menschen mit Qualitäten und Fehlern. Es gilt, für alle gute Existenzgrundlagen zu schaffen und würdig mit allen Menschen umzugehen.

Die Grünen sind der Meinung, dass die Freiheit, sich irgendwo niederzulassen, ein Menschenrecht sein sollte und fordern ein Umdenken, weg von der Einteilung der Menschen in Herkunftskategorien und weg von immer restriktiveren Zulassungsbedingungen:

  • Die Grundrechte und die Menschenwürde sind allen Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem Geschlecht, zu gewährleisten.
  • Die völkerrechtlichen Schutzpflichten sind vollumfänglich einzuhalten.
  • Die Menschenrechtskonventionen der UNO und Europas sollen ohne Vorbehalte gegenüber MigrantInnen Anwendung finden; die Schweiz soll die internationale Konvention zum Schutz der Rechte aller WanderarbeiterInnen und ihrer Familienangehörigen ratifizieren.
  • Die Schweiz braucht keine restriktive Zuwanderungsregelung. Wer eine Arbeitsstelle in der Schweiz findet, soll hier auch legal leben und arbeiten können.
  • Flüchtlinge und Asylsuchende machen weniger als 2.5% der ausländischen Wohnbevölkerung der Schweiz aus. Die humanitäre Tradition der Schweiz soll bewahrt werden, damit Menschen auf der Flucht weiterhin in der Schweiz Aufnahme finden können.
  • Integration heisst Teilhaben am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Leben eines Landes. Sie geschieht in einem wechselseitigen Prozess und bedeutet deshalb nicht einseitige Anpassung.
  • Willkür im Einbürgerungsverfahren und massive Differenzen zwischen den verschiedenen Kantonen und Gemeinden müssen beseitigt und durch eine rechtsstaatlich verlässliche Einbürgerungspolitik ersetzt werden.
  • Sans-Papiers sind regelmässig zu regularisieren.
  • Ökologie und Zuwanderung sind kein Widerspruch. Die Zunahme des Wohnflächenbedarfs, des Verkehrs und die steigende Belastung der Umwelt sind zum allergrössten Teil durch das individuelle Konsumverhalten bedingt.

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