Kunststoff-Recycling - warum eigentlich nicht?!

Forum AZ vom 28.7.2017

In einzelnen Gemeinden im Bezirk Andelfingen ist das  Kunststoff-Recycling bereits eingeführt. die Gemeinde Rheinau hat jedoch kürzlich einen Vorstoss aus der Bevölkerung abgelehnt mit der Begründung, diese Abfälle würden ins Ausland transportiert und die Situation sei nicht transparent.

Das entspricht nicht den Tatsachen in unserer Region. Solche Falschaussagen müssen berichtigt werden, wie auch Aussagen, dass Kunststoffe ungenügend sortiert werden können. Diese orientieren sich nicht am Fortschritt dieser Technologien.

In einem modern ausgerüsteten Werkhof in Eschlikon TG werden diese Abfälle ver-arbeitet. Daraus entstehen Granulate, aus denen  z. B. Kunststoff-Rohre hergestellt werden. Eine topmoderne Sortieranlage wird Ende Jahr in Betrieb genommen. Vor-läufig wird noch in Lustenau, im St.Galler-Rheintal sortiert.

Bis zu 80% eines Sammelsacks könnte verwertet werden. Der aussortierte Rest wird der thermischen Nutzung zugeführt. Mit 1 kg wiederverwertetem Kunststoff werden

3 l Rohöl eingespart; verbrennt man die gleiche Menge, wird die Umwelt mit ca. 3 kg CO2 belastet. Mit allen Haushalt-Kunststoffabfälle der Schweiz könnten bis zu 700'000 to CO2 vermieden werden; ein nicht unbedeutender Beitrag zum Erreichen der Ziele des Pariser-Klimaabkommens, das kürzlich auch von der Schweiz  mit-unterzeichnet wurde.

Bereits 240 Gemeinden und 16 Kantone haben sich dazu bekannt, in unserem Land, das über kein Erdöl verfügt, sorgsam mit diesem kostbaren Rohstoff umzugehen und die Umwelt zu schonen.

Das Sammeln von Haushalt-Kunststoff ist einfach: es sind spezielle Säcke (Rolle à 10 Stk. für Fr. 20.00) erhältlich. Fast alle Kunststoffabfälle, auch verschmutzte, können darin gesammelt werden. Leider sind z. Zt. nur wenige Sammelstellen vor-handen.

Unglaublich, wieviel sich in einem solchen Sack ansammelt, auch wenn man sinnvoll einkauft! Die Menge im "normalen" Haushalt-Kehricht schrumpft auf mehr als die Hälfte! Der Kunststoff-Sammelsack fasst zudem min. das Doppelte eines KEWY-Sackes, ist somit auch günstiger!

Kunststoff-Recycling ist das Eine! Wir alle können die Abfallmenge mit unserem Kon-sumverhalten steuern, z. B. Einkaufstaschen oder wieder auffüllbare Produkte verwenden, Gemüse und Früchte offen, ohne Verpackung einkaufen, usw.

Es ist zu hoffen, dass sich das ganze Weinland rasch an dieser sinnvollen, einfach umsetzbaren Massnahme beteiligt. Den Gemeinden, die diese bereits umgesetzt haben, gebührt ein buntes Plastik-Kränzlein!

Die KEWY (Kehrichtorganisation Wyland) sollte auch diese Abfälle in das Konzept der Abfallentsorgung im Bezirk Andelfingen integrieren und die Gemeinden in ihren Werkhöfen diese Säcke entgegennehmen.

 

Kerstin Knebel, Grüne Weinland