Jahres- und andere Wenden

von Thomas Feer, Unterstammheim, Grüne Weinland

Der Jahreswechsel ist ein weltweit wiederkehrender Anlass, der von sehr vielen Menschen gefeiert oder gewürdigt wird. Er ist ein Massenphänomen und zugleich sehr persönlich. Persönlich im Rückblick, persönlich im Ausblick. Bilanzen und Würdigungen werden geschaffen, Vorsätze und Pläne geschmiedet.

Was jeder für sich persönlich macht, ist zugleich ein Ritual. Wir fühlen uns darin geborgen, erkennen unsere Lebenswerte und formen unser Ich. Die zentrale Frage, die implizit gestellt wird, ist: Wer bin ich?

Und mit dieser Frage breiten wir unsere ganz eigene Lebenswelt und gesellschaftlichen Normen und Werte vor uns aus. Eine Auslegeordnung ist immer ein guter Ausgangspunkt für den nächsten Schritt – die Planung unseres Lebens.

Wie auch immer die Planung aussieht, sie fällt in eine Zeit der langen Nächte und der kalten Tage. Wie viel optimistischer würden Vorsätze im Sommer ausfallen?

Aus grüner Sicht sind die Vorsätze einfach und alt bekannt: Alles unser Tun muss so sein, dass die nächsten Generationen die Lebensbedingungen vorfinden, wie unsere Ahnen dies hatten. Sie müssen atmen, trinken, sich ernähren und sich freuen können. Dazu ist die Natur im Gleichgewicht zu halten und die Vielfalt von Fauna und Tierwelt zu schützen und zu pflegen.

Leider sind diese Vorsätze nach wie vor aktuell. Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, dass unser Energiehunger, unser Ressourcenverbrauch, unser Landverbrauch und der Druck auf die Natur stetig steigen. Auch unser Weinland, das im Kanton Zürich dünn besiedelt ist, erlebt den Siedlungsdruck und mit dem möglichen atomaren Tiefenlager kommt einer – nebst dem CO2 in der Atmosphäre – der gefährlichsten Zivilisationsabfälle zu uns.

Aber was ist der Mensch, wenn er keine Freiheiten und Rechte hat? Und hier sind wir Grünen stets darum besorgt, die Grundrechte zu leben, zu schützen und zu thematisieren. Grundrechte sind wie die Luft in der Gesellschaft und dem Staat und stellen die Voraussetzung, dass Menschen kreativ, frei und lösungsorientiert handeln. Ohne diese Grundlage sind Offenheit, Respekt und Menschenwürde kaum zu leben.

Und dies strahlt auch auf die Wirtschaft aus, die dank diesem Prinzip die Chance hat, Mehrwerte zu schaffen. Eine soziale und liberale Wirtschaft ist darum keine Utopie, sondern eine Option, die uns Allen nützt. Und Grüne Anliegen – viele Unternehmen schmücken sich mit ökologischen Massnahmen – sind durchaus eine Option in der Unternehmensstrategie.

Ein Jahreswechsel dient als Anlass zu einer Auslegeordnung und evt. für Neues. Eine Bilanz kann Chancen bieten, kann aber auch Bewährtes aufzeigen. Wir von den Grünen wünschen Ihnen/dir viel Glück beim Entwickeln der Pläne und Vorsätze für die kommenden Monate.