Erneuter Anstieg des ZFI-Wertes, kein Fortschritt beim Verspätungsabbau: Die Grünen verlangen Massnahmen statt Ausreden!

Fr 01.12.17

Es ist bereits das dritte Jahr in Folge, in dem der Zürcher Fluglärmindex (ZFI) eine markante Steigerung verzeichnet. Die Zahl der durch den Flugbetrieb stark lärmbelasteten Personen liegt jetzt bereits 36% über dem Richtwert (47'000). Und wieder wird im Flughafenbericht die Ursache beim Bevölkerungswachstum gesucht. Dabei hat die Zahl der Flüge in der Nachtstunde (ab 22 Uhr) um nochmals um 5% zugenommen, und weiterhin werden Slots für den Verspätungsabbau während der Nachtsperrzeit (ab 23 Uhr) vergeben, als gehörte dies zum regulären Flugbetrieb.

Die Grünen fordern die Regierung auf, ihre Verantwortung gegenüber der lärmbelasteten Bevölkerung wahrzunehmen und endlich Taten folgen zu lassen. Im Rahmen der bevorstehenden Budget/KEF-Debatte im Kantonsrat beantragen die Grünen, dass die Regierung ab 2019 eine konsequente Senkung des ZFI-Werts um jährlich 3000 lärmgestörte Personen anvisiert. Die Massnahmen dazu sind bekannt:

  • Von den 28 Mio. Flugpassagieren im 2016 waren Jahr 8 Mio. reine Transferpassagiere. Dieser hohe Anteil an Umsteigeverkehr steht den Interessen der lärmbelasteten Bevölkerung diametral entgegen, und er dient dem Standort Zürich in keiner Weise. Der Kanton als grösster Aktionär der Flughafen Zürich AG hat es in der Hand, hier eine strategische Korrektur zu erwirken.
  • Die Slot-Vergabe ist für den Verspätungsabbau ab 23 Uhr auf ein Minimum zu reduzieren, und die Nachtsperrzeit ist konsequent einzuhalten, so wie es das Postulat 145/2017 von Daniel Heierli und Thomas Forrer (beide Grüne) fordert.
  • Die Einführung von lenkungswirksamen Fluglärmgebühren ist entschieden voranzutreiben. Wer Emissionen verursacht, muss für die angerichteten Schäden aufkommen.

 
Einmal mehr enttäuscht der Flughafenbericht auf der ganzen Linie. Die Grünen verlangen endlich Massnahmen statt Ausreden.