Chronologie

Das in den 70-er Jahren langsam wachsende umweltpolitische Bewusstsein verlangte nach einer Kraft, die ganzheitliches Denken und die ökologischen Erkenntnisse auf politischer Ebene, in Parlamenten und Regierungen thematisierte. Dies führte zur Gründung der Grünen Partei im Kanton Zürich.

Seither hat die Vielfalt der Themen, mit denen sich die Grüne Partei auseinandersetzt, stark zugenommen. Die Verknüpfung von ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Fragen zu einer nachhaltigen Politik sind das Markenzeichen der Grünen.

31. August 1978

Gründung der Grünen Partei des Kantons Zürich in Volketswil. Am Ende des Jahres haben die Grünen 39 Mitglieder. Erster Präsident wird Hans Beat Schaffner (Pfaffhausen).

1979

Erste Teilnahme an den Nationalratswahlen, an denen die Grünen im Kanton Zürich mit 13 KandidatInnen 1,3% der Stimmen erhalten.

1980/81

Gründung der ersten Sektionen: Bülach, Uster, Stadt Zürich.

1982

Teilnahme an den Gemeinderatswahlen der Stadt Zürich mit 14 KandidatInnen. Ein Sitz kann nicht gewonnen werden. Erste Gemeinderatssitze (Exekutive) in Dielsdorf und in Freienstein. Die Erfolge zeigen sich auch bei der zunehmenden Mitgliederzahl, die inzwischen auf 200 angewachsen ist.

1983

An den Kantonsratswahlen nehmen die Grünen in 6 Landbezirken und in allen Wahlkreisen der Stadt Zürich teil. Sie gewinnen mit 3,2% WählerInnenanteil 4 Sitze im Rat. Im Herbst erhalten die Grünen Kanton Zürich mit einem WählerInnenanteil von 4,2% ihren 1. Sitz im Nationalrat (Arnold Müller).

Die Grünen schliessen sich gesamtschweizerisch in der «Föderation der Grünen Parteien der Schweiz» zusammen. Die später in «Grüne Partei der Schweiz» umbenannte Föderation besteht aus Parteien der Kantone Genf, Neuenburg, Waadt und Zürich. Später stossen Parteien aus Bern, aus der Nordwestschweiz und aus dem Thurgau dazu.

Hans Meier (Glattfelden) folgt Hans Beat Schaffner als Präsident der Grünen Kanton Zürich.

1985

Die Grüne Partei Kanton Zürich zählt 400 Mitglieder.

1986

Bei den Gemeinderatswahlen der Stadt Zürich erreichen die Grünen einen WählerInnenanteil von 5,6% und 5 Sitze im Gemeinderat. In der Stadt Winterthur erzielen die Grünen 5,4% der Stimmen und 3 Sitze.

1987

An den Kantonsratswahlen nehmen die Grünen in allen Wahlkreisen ausser im Bezirk Affoltern teil. Mit einem Erdrutschsieg steigern sie sich von 4 auf 22 VertreterInnen. Der Stimmenanteil beträgt 10,4%. Auch die Nationalratswahlen bringen den Grünen Erfolg, neu werden 3VertreterInnen der Grünen Kanton Zürich gewählt: Verena Diener (Buch a. Irchel), Hans Meier (Glattfelden) und Monika Stocker (Zürich).

1990

Bei den Gemeinderatswahlen der Stadt Zürich erringen die Grünen 10 Sitze und geben fortan bei Abstimmungen oft den Ausschlag. Einen Stadtratssitz verpassen die Grünen nur um 3000 Stimmen. In der Stadt Winterthur kann der Wähleranteil auf 8,5% gesteigert und die Mandatszahl auf 5 erhöht werden. In Effretikon gelingt es den Grünen, 3 Sitze im Stadtparlament zu erringen.

Im Herbst geben sich die Grünen Kanton Zürich eine neue Struktur mit Delegiertenrat, Vorstand und Geschäftsleitung. Die Zahl der Mitglieder ist auf über 800 angestiegen.

1991

Bei den Kantonsratswahlen können die Grünen, die in allen Wahlkreisen teilnehmen, ihren WählerInnenanteil bei 10,3% stabilisieren und erhalten 20 Sitze.

Im Herbst verlieren die Grünen Kanton Zürich bei den Nationalratswahlen 1 ihrer 3 Sitze, Monika Stocker wird überraschend abgewählt.

Felix Müller (Winterthur) wird als Nachfolger von Hans Meier Präsident der Grünen Kanton Zürich.

1993

Die Grünen Kanton Zürich feiern ihr 15jähriges Bestehen. Sie zählen jetzt 1200 Mitglieder, sind im National- und Kantonsrat sowie in vielen Gemeindeparlamenten und in weiteren Behörden vertreten.

1994

Mit Monika Stocker wird erstmals eine Grüne in die Stadtzürcher Exekutive gewählt. Dieses erfreuliche Resultat wird durch das Ergebnis bei den Gemeinderatswahlen getrübt. Die Grünen erhalten 5,5% der Stimmen, die Gemeinderatsfraktion wird damit auf 5 Mitglieder halbiert. Zusammen mit der Alternativen Liste und der FraP bilden sie eine Fraktionsgemeinschaft. Der Grüne Peter Niggli wird zum RPK- Präsidenten gewählt.

In der Stadt Winterthur sinkt der Stimmenanteil auf 6,2%, die Grünen verlieren einen Sitz und sind mit 4 ParlamentarierInnen im Rat vertreten.

Illnau-Effretikon können die Grünen zusätzlich zu den 3 Sitzen im Parlament mit Martin Graf einen Stadtratssitz erobern.

1995

Verena Diener schafft als erste Grüne den Sprung in die Exekutive des Kantons Zürich. Neben dem Erfolg bei den Regierungsratswahlen müssen die Grünen Einbussen bei den Kantonsratswahlen hinnehmen. Der WählerInnenanteil sinkt auf 8,8%, die Grünen sind noch mit 16 KantonsrätInnen im Parlament vertreten.

Anlässlich der Nationalratswahlen büssen die Grünen gesamtschweizerisch einen Drittel ihrer Nationalratsmandate ein und sind damit noch mit 10 Personen im Rat präsent.

Die Grünen Schweiz lancieren ihre ersten eidgenössischen Initiativen. Die Tandem-Initiativen fordern erstens ein flexibles Rentenalter ab 62 und zweitens die Finanzierung der AHV über eine Besteuerung der Energie statt ausschliesslich über Lohnprozente.

1996

Mit der Einreichung der Tandem-Initiativen im Mai setzen die Grünen einen weiteren Meilenstein in ihrer Parteigeschichte.

Esther Holm wird am 6. Mai 1996 als erste Grüne zur höchsten Zürcherin, zur Kantonsrats-Präsidentin gewählt.

Unter dem Kommissionspräsidium von Peter Niggli wird die Stadtzürcher Klärschlammaffäre gründlich untersucht. Die Empfehlungen der Kommission (u.a. eine Entschädigung für die zu Unrecht entlassene Beamtin respektive Beamten der Stadtentwässerung) werden nach langwierigen Streitereien schliesslich in die Tat umgesetzt.

1997

Die Grünen Stadt Zürich bringen nach den Sommerferien mit 4800 Unterschriften ein Referendum gegen das Parkhaus Gessnerallee zustande. In der Abstimmung vom 23. November unterstützten 31% der Stimmenden die ablehnende Position der Grünen.

Fast gleichzeitig lancieren die Grünen Stadt Zürich eine Petition für eine Fussgängerzone Limmatquai. Diese wird mit über 5500 Unterschriften Anfang Oktober dem Gemeinderat übergeben. Im Jahr 2005 wird das Limmatquai wenigstens im Mittelstück autofrei.

1998

Im Januar 1998 wird Martin Bäumle für den zurückgetretenen Felix Müller zum Präsidenten der Grünen Kanton Zürich gewählt.

Bei den kommunalen Wahlen im Kanton Zürich gewinnen die Grünen insgesamt zwei Mandate dazu. Zudem wird in Illnau-Effretikon Martin Graf als erster Grüner in der Schweiz zum Stadtpräsidenten gewählt. Martin Bäumle schafft den Einzug in den Dübendorfer Stadtrat.

In Zürich wird Stadträtin Monika Stocker mit dem drittbesten Resultat glanzvoll wiedergewählt. Trotz eines Stimmenanteilverlusts von 5,6% (1994) auf 5,1% (1998) gelingt es den Grünen, im Gemeinderat 2 Sitze dazuzugewinnen. Sie sind jetzt mit 7 Mitgliedern im Gemeindeparlament vertreten.

In der Stadt Winterthur erreicht Matthias Gfeller zwar das absolute Mehr für einen Sitz im Stadtrat, scheidet aber als «überzählig» aus. Erfreulicherweise kann aber der WählerInnenanteil auf 7,7% gesteigert werden. Die Sitzzahl im Parlament (4) bleibt gleich.

Ruth Genner rückt für Verena Diener in den Nationalrat nach.

1999

Anlässlich der Kantonsratswahlen werben die Grünen mit dem Slogan: «Muff raus, Freude rein. Grüne – Wir lieben das Leben». Leider konnte der Abwärtstrend der Grünen nicht gestoppt werden und die Fraktion besteht nach den Wahlen nur noch aus 11 Mitgliedern. Bei den Nationalratswahlen geht ein Sitz verloren, so dass die Grünen nur noch mit Ruth Genner in Bern vertreten sind.

2002

Bei den Kommunalwahlen können die Grünen ihre Positionen wieder ausbauen. In Zürich gewinnen sie 3 zusätzliche Sitze im Gemeinderat. In Kloten wird Mathias Christen neu in den Stadtrat gewählt.

2003

Bei den Kantonsratswahlen im Frühling 2003 setzt sich der Aufwärtstrend der Grünen fort. Sie gewinnen insgesamt 3 Sitze. Neu sitzen 14 Grüne im Kantonsrat.

Im September feiert die Kantonalpartei ihren 25. Geburtstag.

Im Oktober werden dank einer Verdoppelung des Stimmenanteils und 2 Sitzgewinnen wieder 3 Personen in den Nationalrat gewählt: Ruth Genner, Daniel Vischer und Martin Bäumle. In der Stadt Zürich erreichen die Grünen erstmals 10% der Stimmen. Auch gesamtschweizerisch erzielen die Grünen mit 7,4% (und 13 Sitzen) den grössten je erzielten WählerInnenanteil.

Seit April sind wieder Junge Grüne aktiv. Sie nehmen mit eigener Liste an den Kantonsratswahlen und den Nationalratswahlen teil.

2004

Im Januar gründet sich der Vorstand der Jungen Grünen Kanton Zürich. Im Frühling starten sie die vielbeachtete Kampagne gegen Offroader.

Ebenfalls im Januar wird Ruth Genner Präsidentin der Grünen Partei der Schweiz (vorher amtete sie als Co-Präsidentin).

Im Sommer wird das bisherige kantonale Co-Präsidium bestehend aus Martin Bäumle und Vreni Püntener an einer sehr stark besuchten Versammlung abgewählt und durch das Duo Marlies Bänziger (Winterthur) und Balthasar Glättli (Zürich) ersetzt. Im Anschluss daran spaltet sich eine Gruppe von 60-80 Mitgliedern um Verena Diener und Martin Bäumle von der Partei ab.

Ende Jahr zählen die Grünen rund 950 Mitglieder.

2005

Bei Ersatzwahlen in den Regierungsrat und den Winterthurer Stadtrat erzielen Ruth Genner und Marlies Bänziger Achtungserfolge. Mit der Wahl von Esther Hildebrand als Gemeinderatspräsidentin von Illnau-Effretikon haben die Grünen erstmals in einer Schweizer Stadt sowohl den Regierungs- als auch den Parlamentsvorsitz inne. Im August gewinnen die Jungen Grünen mit Simon Meyer in Niederwenigen den ersten Gemeinderatssitz. Ende Jahr sitzen schweizweit dank vielen Wahlerfolgen bereits 173 Grüne in den kantonalen Parlamenten und 6 Grüne in den Kantonsregierungen.

Die Grünen leisten mit Einsprachen kantonsweiten Widerstand gegen die vielen neuen Strassenprojekte im revidierten kantonalen Richtplan Verkehr.

Kinderbetreuung konkret: Der Gegenvorschlag zur 2002 von den Stadtzürcher Grünen eingereichten Volksinitiative wird von 67% der Stimmenden befürwortet!

2006

Die Grünen Kanton Zürich sind Wahlsieger. Bei den Kommunalwahlen im Frühjahr legen sie bei den Exekutiv-Mandaten um 1 auf 8 Mandate zu. In 9 Parlamenten steigern sie ihre Sitzzahl um 7 auf 38. Endlich gelingt es in Winterthur mit Matthias Gfeller einen Stadtratssitz zu erlangen. In Wald wird Rico Croci neues Grünes Exekutivmitglied. Im Zürcher Gemeinderat steigern sich die Grünen von zehn auf vierzehn Sitze. In Uster schaffen sie mit zwei Sitzen den Einzug ins Parlament. In Wädenswil gewinnen die Grünen einen dritten Sitz im Parlament und die Dietiker stocken um einen auf zwei Sitze auf.

Einen Erfolg stellen die Wahlen auch für die Jungen Grünen dar. In Winterthur wird eine, in Zürich vier Junge Grüne ins Parlament gewählt. Bastien Girod erreicht auch als Stadtratskandidat ein äusserst respektables Resultat, und Simon Meier schafft als Junggrüner die Wiederwahl in den Gemeinderat Niederweningen.

Um die Gremien Stadt und Kanton Zürich zu entflechten – mit dem Ziel, künftig auch ausserhalb der Städte Zürich und Winterthur starke Standbeine aufzubauen – gründet sich am 7. April die Junge Grüne Sektion Stadt Zürich.

Im März wird die Sektion «Grüne Bezirk und Gemeinde Affoltern» gegründet.

Im Rahmen des 20. Jahrestages der Tschernobyl-Katastrophe organisieren die Grünen Kanton Zürich eine kontroverse Podiumsdiskussion zum Thema «Der Atomausstieg ist möglich – Energieversorgung nach Tschernobyl». Am 26. April gehen zudem zahlreiche Grüne AktivistInnen auf die Strasse.

Ebenfalls Mitte Mai reichen die Grünen Stadt Zürich die Volksinitiative «Umweltschutz konkret» ein. Mit der Initiative will man Grüne Kernanliegen in den Bereichen Umweltschutz, Verkehr und Energie in der Gemeindeordnung verankern. Zudem fordert die Initiative, dass die Stadt Zürich auf Atomenergie verzichtet.

Nach dem Rücktritt der Regierungsrätin Dorothée Fierz (FDP) entscheiden sich die Grünen Kanton Zürich für eine Blitzkandidatur mit dem Ziel, als viertstärkste Partei des Kantons bald wieder in der Regierung Mit-Verantwortung zu tragen. Ruth Genner wird nicht gewählt, erringt aber einen Achtungserfolg mit über 42% der Stimmen.

Die Grünen Winterthur stellen mit Felix Müller ab Mitte August erstmals in einem Schulkreis das Präsidium und damit den ersten städtischen Grünen Schulpflegepräsidenten im Kanton.

2007

Bei den Kantonsratswahlen vom 15. April erreichen die Grünen mit 10.44% Stimmenanteil ein Allzeithoch. Die neue Fraktion umfasst 19 Mitglieder, davon zwei Junge Grüne und 13 Frauen. Einen Wermutstropfen stellt die Nichtwahl des Grünen Regierungsratskandidaten Martin Graf dar. Er erreicht zwar das absolute Mehr, scheidet aber auf Platz 8 als überzählig aus.

Ende März wird die Volksinitiative «Für eine sichere und saubere Stromversorgung des Kantons Zürichs» eingereicht.

Die Grünen können sich bei den Nationalratswahlen als Zehnprozentpartei behaupten und machen im Kanton Zürich neu vier Sitze. Neben den bisherigen Ruth Genner und Daniel Vischer (der als Ständeratskandidat ein respektables Ergebnis erzielt) ziehen neu die Co-Parteipräsidentin Marlies Bänziger und der Junge Grüne Bastien Girod ins Bundesparlament ein. Die Wahlen sind für die Grünen gesamtschweizerisch ein Erfolg: sie erreichen mit 9.6% der Stimmen zwanzig Nationalratssitze und den Einzug in den Ständerat gleich mit zwei Politikern aus der Westschweiz.

Das Schweizer Fernsehen zeigt einen Dokumentarfilm über die Wahlsieger: «Die Grüne Bewegung in der Schweiz. Vom Protest zur Partei».

2008

Nach dem Rücktritt von Balthasar Glättli aus dem Co-Präsidium im Januar führt Marlies Bänziger die Grünen Kanton als Präsidentin bis zur Mitgliederversammlung im November alleine weiter, danach übernimmt mit Jeanine Kosch (Rüschlikon) und Philipp Maurer (Wallisellen) ein neues Co-Präsidium die Parteileitung.

Am 30. August feiert die Kantonalpartei mit einem grossen Fest, einem Jubiläumsfilm und einem aufgefrischten Corporate Design ihr 30jähriges Bestehen.

Bei den Abstimmungen 2008 können die Grünen Kanton Zürich einige (unerwartete) Erfolge feiern: mit der deutlichen Annahme des Berufsbildungsgesetzes mit Berufsbildungsfonds (60%) und mit der Abschaffung der Pauschalsteuer für ausländische MillionärInnen. In der Stadt Zürich gewinnen die Grünen ihre Initiative «Umweltschutz konkret» mit 76.4% Ja-Stimmen.

Die Jungen Grünen reichen 2008 erfolgreich die Unterschriften für ihre Offroader-Initiative ein.

2009

Im kampagnentechnisch eher ruhigen Jahr 2009 investieren die Grünen Kanton Zürich Zeit und Ressourcen in die Erarbeitung einer umfassenden Wahlkampagne für die kommunalen, kantonalen und eidgenössischen Wahlen von 2010/11. Dazu gehörte auch eine rundum erneuerte Website.

Nach dem Erfolg von «Umweltschutz konkret» in der Stadt Zürich erarbeitet die Kantonalpartei Musterinitiativen für andere Gemeinden, die von den Grünen Ortsparteien lanciert bzw. eingereicht werden.

Im Frühjahr können die Grünen mit Esther Hildebrand die höchste Zürcherin stellen: Sie wird zur Kantonsratspräsidentin gewählt.

Im April ergreifen die Grünen das Referendum gegen die Revision des Steuergesetzes, die einmal mehr die Reichsten beschenken soll, und beauftragen gleichzeitig eine Arbeitsgruppe, mögliche Vorstösse zum Thema Nachlasssteuer zu erarbeiten.

Nachdem der Kantonsrat einen befriedigenden Gegenvorschlag zur 2007 eingereichten Grünen Volksinitiative «Für eine sichere und saubere Stromversorgung des Kantons Zürichs» erarbeitet hat, ziehen die Grünen die Initiative zugunsten des Gegenvorschlags zurück.

Die Jungen Grünen gründen eine Sektion «Junge Grüne Oberland». Das ist ein grosser Schritt zur Stärkung der Jungen Grünen in den Landgemeinden. Zudem lancieren sie in der Stadt Zürich die «Flachdach-Initiative». Damit wollen sie erreichen, dass die Flachdächer auf neuen Gebäuden mit Begrünungen, für Gewinnung von Solarenergie oder als Dachterrassen genutzt werden müssen.

2010

Bei den kommunalen Wahlen 2010 können die Grünen in den Zürcher Gemeinden noch einmal leicht zulegen und festigen damit ihren Platz in der Politlandschaft.

Im Dezember lancieren die kantonalen Grünen die Kulturlandinitiative, die alle landwirtschaftlich ökologisch wertvollen Flächen schützen und damit der fortschreitenden Zersiedelung im Kanton Zürich Einhalt gebieten soll – in den bestehenden Bauzonen sowie mit sinnvoller Verdichtung lässt sich genügend Wohnraum schaffen.

Die Jungen Grünen können ihre 2009 lancierte Flachdach-Initiative einreichen.

2011

In den Wahlkampf für die kantonalen Wahlen steigen die Grünen mit dem Fokus auf den Atomausstieg und die Förderung der erneuerbaren Energien – wie aktuell diese Themenwahl ist, zeigt der Gau des AKW Fukushima im März.

Bei den Kantonsratswahlen halten die Grünen bei leichten Stimmengewinnen ihre 19 Parlamentssitze und bleiben damit auch die viertstärkste Fraktion im Kantonsparlament. Einen sensationellen Erfolg erringen sie mit der Wahl von Martin Graf in den Regierungsrat. Nach sechs Jahren Unterbrechung sind sie damit wieder in der Kantonsregierung vertreten. Martin Graf übernimmt das Justizdepartement.

Im April wird das Parteipräsidium neu gewählt: Philipp Maurer wird im Amt bestätigt, für die zurücktretende Jeanine Kosch wird Marionna Schlatter (Hinwil) zur neuen Co-Präsidentin gewählt.

Mit der Kulturlandinitiative haben die Grünen die Sorgen der Bevölkerung erkannt: Die nötigen Unterschriften werden schnell gesammelt und die Initiative kann bereits im Mai eingereicht werden. Mit den Im Frühjahr von den Grünen Schweiz lancierten Volksinitiativen «Für eine Grüne Wirtschaft» und «Für den Atomausstieg» reissen die Grünen Sammelaktivitäten jedoch nicht ab.

Die Wahlen in die eidgenössischen Parlamente enden mit einer herben Enttäuschung: Die Zürcher Grünen verlieren nicht nur WählerInnenanteile (2007: 10.4%, 2011: 7.8%), sondern auch einen der vier Sitze im Nationalrat. Besonders bitter: Mit Marlies Bänziger und Katharina Prelicz-Huber scheiden gleich beide Zürcher Frauen aus dem Nationalrat aus. Gewählt sind Daniel Vischer, Bastien Girod und Balthasar Glättli, der mit seinem engagierten Wahlkampf auch bei den Ständeratswahlen mit einem guten Ergebnis abschneidet.

Auch die Jungen Grünen nahmen aktiv am Wahlkampf teil, bei den kantonalen Wahlen mit 21 Kandidierenden auf den Grünen Listen, im Nationalrat mit der Liste «Junge Grüne & alte Füchse», auf der auch Grüne 55+ vertreten sind und die ein beachtliches Resultat erzielt.

2012

Im Frühling wird die Parteileitung der Grünen Schweiz erneuert – mit Bastien Girod stellen die Grünen Kanton Zürich neu einen Vizepräsidenten.

Am 17. Juni können die Grünen im Kanton Zürich mit der Annahme ihrer Kulturlandinitiative einen sensationellen Erfolg feiern. Nachdem sie im Alleingang eine starke Abstimmungskampagne durchgeführt haben, sagen 54.5% JA zu Kulturlandschutz und Zersiedelungsstopp.

Im Herbst reichen die Grünen Schweiz die Volksinitiativen «Für eine Grüne Wirtschaft» und «Für den Atomausstieg» ein, an denen die Grünen Kanton Zürich massgeblich mitgearbeitet haben.

Für die Jungen Grünen ist 2012 ein intensives Sammeljahr: Neben ihrer Unterstützung für die Grünen Initiativen ergreifen sie das Referendum gegen die Asylgesetzverschärfungen auf eidgenössischer Ebene und lancieren in der Stadt Zürich die Veloinitiative.

2013

2013 wird im Kantonsrat der kantonale Richtplan revidiert. In Zusammenarbeit mit den Grünen Orts- und Bezirksparteien reichen wir zahlreiche Anträge ein, für einen Kanton, der auch für künftige Generationen als Lebensraum, also zum Wohnen, Arbeiten und sich Erholen, attraktiv ist.

Zudem initiiert die Grüne Kantonsratsfraktion eine Arbeitsgruppe mit den Grünen der anderen Axpo-Kantone. Ziel: Erneuerung des fast 100jährigen NOK-Vertrages, der die Grundlage für die Zusammenarbeit der Kantone mit der Axpo bildet sowie eine zeitgemässe und zukunftsweisende Energiestrategie der Axpo mit Fokus auf die Erneuerbaren.

2014

Bei den kommunalen Wahlen halten die Grünen im Kanton ihre WählerInnenanteile und ihre Parlamentssitze insgesamt, mit leichten Verlusten in einigen Gemeinden und Gewinnen in anderen. Die ersten Parlamentswahlen in Wetzikon waren mit 9.8% für die Grünen ein Erfolg. Bei den Wahlen in die Gemeindeexekutiven kann in Zürich der Stadtratssitz der nicht mehr antretenden Ruth Genner nicht verteidigt werden. In Kloten kann Regula Kaeser als neu Antretende den Grünen Sitz in der Exekutive verteidigen und in Dachsen kann Daniel W. Schmid gar einen Gemeinderatssitz für die Grünen erobern. Die wichtigste Erkenntnis der Gemeindewahlen: Sind die Grünen lokal mit einer Sektion präsent, erhöht dies den WählerInnenanteil signifikant.

Im Mai beschliesst der Kantonsrat, nicht auf die Vorlage der Regierung zur Umsetzung der Kulturlandinitiative einzutreten, sie also gar nicht erst materiell zu diskutieren. Die Grünen Kanton Zürich reichen daraufhin eine Stimmrechtsbeschwerde ein, damit die Initiative endlich umgesetzt wird. Denn der Kantonsrat kann zwar entscheiden, wie er eine Initiative in der Form der allgemeinen Anregung umsetzen will – aber nicht ob.

Abstimmungserfolge feiern die Grünen mit der Annahme der Vorlage «Zonen mit Anordnungen zur Nutzung erneuerbarer Energien», die auf einen Grünen Vorstoss im Kantonsrat zurückgeht, und mit der Abstimmung über die Festlegung eines Mindestanteils an preisgünstigem Wohnraum.

Die Grünen der Axpo-Kantone Zürich, Aargau, Thurgau, Schaffhausen, St. Gallen, Glarus und Zug lancieren in allen Kantonen ihre 2013 vorbereiteten Vorstösse mit dem Ziel, den NOK-Gründungsvertrag zu erneuern und den aktuellen energiepolitischen Gegebenheiten anzupassen.

Nach der Veröffentlichung der Nutzungspläne des Bundes für den Flugplatz Dübendorf lancieren die Grünen im Herbst die Petition «Dübi ohni Flugi!»: Mindestens die Kernzone des Flugplatzes muss als Naturraum erhalten bleiben, als kantonale Freihaltezone von nationaler Bedeutung.

Im Nationalrat leisten unsere drei Parlamentarier gute Arbeit, als Fraktionspräsident kann sich Balthasar Glättli zudem auch in der Parteileitung einbringen, wo mit Nationalrat Bastien Girod und dem Jungen Grünen Luca Maggi nun drei Zürcher sitzen.

Die Grünen Schweiz lancieren die Fair-Food-Initiative und fordern damit, dass importierte Lebensmittel nach Schweizer Umwelt- und Tierschutzstandards produziert sein und aus fairem Handel stammen sollen.

2015

Das Wahljahr 2015 steht im Zeichen eines drohenden Rechtsrutsches in der politischen Landschaft der Schweiz. Themen wie Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Datenschutz rücken aus dem Fokus der WählerInnen – keine günstigen Voraus­setzungen für Grüne Wahlerfolge. Trotz eines neuen, profes­sionellen und schweizweit einheitlichen Auftritt und einem äusserst engagierten Wahlkampf müssen die Grünen herbe Verluste hinnehmen: Martin Graf wird als Regierungsrat nicht bestätigt und die Fraktion verliert sechs Sitze im Kantonsparlament und ist dort nur noch mit 13 Personen vertreten.

Am 27. April wird vom Bundesgericht die Stimmrechtsbeschwerde der Grünen über den Umgang des Kantons mit unserer Kulturlandinitiative an einer öffentlichen Urteilsberatung auf ganzer Linie und einstimmig gutgeheissen: Der Kantonsrat muss also eine Umsetzung beschliessen und damit dem Volkswillen gerecht werden. Die Vorlage kommt daraufhin erneut ins Parlament.

Im Herbst reichen die Grünen Schweiz die 2014 lancierte Fair-Food-Initiative ein. Zudem beteiligen sie sich massgeblich am Referendum gegen das neue Nachrichtendienstgesetz.

Die eidgenössischen Wahlen vom 18. Oktober sind eine Richtungswahl, von deren Ausgang viel abhängt, z.B. die Zukunft der Energiewende. Auch wenn die Verluste bei den Nationalratswahlen vergleichsweise geringer ausfielen, mussten die Grünen Kanton Zürich eine weitere bittere Pille schlucken: Der Sitz des zurückgetretenen Daniel Vischer konnte nicht verteidigt werden. In der Legislatur 2015-2019 vertreten uns Bastien Girod und Balthasar Glättli. Erfreulich war Bastien Girods Abschneiden bei den Ständeratswahlen: Nach einem sehr guten Ergebnis im ersten Wahlgang stieg er auch in die zweite Runde um den verbleibenden Ständeratssitz und erzielte nach einer beispiellosen Kampagne im zweiten Wahlgang mehr als einen Achtungserfolg.

Auch für die Jungen Grünen steht 2015 im Zeichen der Wahlen: bei den kantonalen Wahlen kandidieren sie mit 20 Personen auf den Grünen Listen, bei den Nationalratswahlen treten sie mit einer eigenen Liste an und platzieren zudem ihre Spitzenkandidatin Elena Marti auf dem 1. Listenplatz der Grünen Liste.

In der Stadt Zürich lancieren die Jungen Grünen mit «Sentience Politics»eine Initiative für nachhaltige und faire Ernährung und reichen sie kurz darauf ein. Ebenfalls in der Stadt Zürich gewinnen sie im Juni ihre eigene Veloinitiative an der Urne.

2016

2016, das Jahr nach den Wahlen, war für uns ein Grünes «Powerjahr»: Mit gleich drei eigenen Vorlagen an der Urne (Grüne Wirtschaft, Atomausstieg und Kulturlandinitiative) hiess es vom Wahlmodus direkt in den Abstimmungskampagnenmodus umzustellen.

Neben den eigenen Vorlagen, die 2016 an die Urne gelangt sind, gab es auch andere wichtige Abstimmungsvorlagen. Im Februar wurde über die 2. Gotthardröhre abgestimmt. Trotz einer starken Kampagne gelang es nicht, diese Abstimmung zu gewinnen. Ganz allgemein konnte man feststellen, dass der aus den Wahlen 2015 resultierende Rechtsrutsch sich auch bei den Abstimmungen zeigte. Es gab aber auch erfreuliche Ausnahmen: Die Durchsetzungsinitiative der SVP wurde überraschend deutlich verworfen. Bei bei den Juni-Abstimmungen konnten wir einen grossen Erfolg verbuchen: Die Asylgesetzrevision wurde von über zwei Drittel der Stimmbevölkerung angenommen. Wir haben hier unseren Teil zur Kampagne geleistet. Zudem wurde die SVP-Milchkuhinitiative klar abgelehnt. Wir engagierten uns ausserdem für die Kampagne gegen das neue Nachrichtendienstgesetz NDG, dessen Referendum wir zuvor mitgetragen hatten.

Im September kam die Initiative für eine Grüne Wirtschaft zur Abstimmung. Mit einer grossen, national koordinierten Kampagne ist es uns gelungen, viele Menschen und Unternehmen für die Idee zu begeistern. Wir Grünen Kanton Zürich haben mit einer Arbeitsgruppe Vorarbeit für die nationale Kampagne geleistet.

Der Atomausstieg ist für viele Grüne eines der wichtigsten Themen, die ​Kampagne war darum auch die wichtigste des Jahres. Unsere Mitglieder haben sehr viel geleistet. Wir Grünen waren dank unserer Mitglieder auf der Strasse präsent und haben zahlreiche Veranstaltungen organisiert. Zur Koordination der Aktivitäten konnten wir Urs Riklin gewinnen, der zuvor bereits die Sammel­koordination für die Fair-Food-Initiative übernommen hatte. Mit einem eigenen Flyer zu Atomausstieg und Kultur­land konnten wir vom gleich­­zeitigen Abstimmungstermin der beiden Vorlagen profitieren.

Bereits Anfang Jahr planten wir die Kampagne zur Umsetzung der Kulturlandinitiative, gegen die die bürgerliche Kantonsratsmehrheit das Referendum ergriffen hatten. Während der Kampagne ist es uns gelungen, viele Menschen ausserhalb der Grünen zu erreichen. Auch entstand eine Zusammenarbeit mit dem Bauern­verband, die bei der Abstimmung 2012 noch nicht möglich war. Wir profitierten von einer grossen Medienpräsenz. Trotzdem gelang uns kein Sieg an der Urne, was aber – angesichts all der kleinen und grossen Erfolge, die wir mit der Kulturlandinitiative erreicht haben – ein kleiner Wermutstropfen war.

Infolge der Verluste bei den Kantonsratswahlen 2015 haben wir 2016 mit nur noch 13 Kantonsrätinnen und Kantonsräten noch stärker die Rolle der Opposition eingenommen. Wir haben den Finger in die Wunden gelegt und aufgedeckt, wo der mehrheitlich bürgerliche Kantonsrat an sozialen und ökologischen Interessen vorbei Politik macht.