Das Weinland bleibt Grün!

Angesichts der Ergebnisse der Kantonsratswahlen im Bezirk Andelfingen scheint es angebracht, nochmals innezuhalten, zurückzublicken und sich darüber Gedanken zu machen. Für die Grüne Partei war der 12. April 2015 kein angenehmer Wahlsonntag.

Ein brutaler Negativtrend, der sich zuvor bereits in Baselland und Luzern ankündigte, erfasste auch den Kanton Zürich. Und das mit voller Wucht. Im kantonalen Durschnitt verlor die Partei 3.2 Prozente und musste in der Folge insgesamt 6 Kantonsratssitze abtreten. Im selben Streich wurde der bisherige, überaus fähige Vorsteher des Justizdepartements Martin Graf abgewählt.

Der Kanton Zürich hat sich «entgrünt» – zumindest vordergründig. Woran liegt das? Was hat das zu bedeuten? Und wo stehen die Grünen und ihre Anliegen nach den Kantonsratswahlen im Weinland? Vergleicht man die Ausgangslage in diesem Jahr mit dem Wahljahr 2011 wird der Unterschied offensichtlich: Es gab – glücklicherweise – kein erneutes Fukushima, dass die Menschen schmerzhaft daran erinnert hätte, dass auch bei uns vier altersschwache, nicht rentable und im Störfall unberechenbare Atomkraftwerke betrieben werden. Kraftwerke, die das ungelöste Problem im Umgang mit atomaren Abfällen mit jeder Laufzeitverlängerung verschärfen.

Ein Problem wiederum, dem wir im Weinland Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen und das am Anfang einer urgrünen Forderung steht: Erneuerbare anstatt atomare Energie. Die nach wie vor drängende Forderung wurde von anderen Sorgen verdrängt.

Und dennoch. Gerade das Weinland bleibt eine Grüne Bastion! So erreichten die Grünen, nach einem bewusst sachlich geführten Wahlkampf, solide 8.84 Prozent; womit sie im traditionell bürgerlichen Bezirk die viertstärkste Kraft stellen und sich im kantonalen Vergleich überraschend am besten halten konnten.

Dabei unterstützten uns massgeblich WählerInnen anderer Parteien. So stammten 40,8 Prozent meiner Stimmen als Spitzenkandidat von anderen Parteien, was mir und der Partei in der Liste der Panaschierkönige Platz 15 von 1733 Kandidaten einbrachte. Wahrscheinlich ist die parteiübergreifende Zustimmung auf das Engagement in Bezug auf das mögliche Atommülllager zurückzuführen, das die Grünen erfolgreich auf die politische Agenda setzten; wodurch sich verschiedene Parteien von einer zuvor häufig nonchalanten hin zu einer konstruktiv-kritischen Haltung bewegten.

Von FDP bis SVP haben sich die Parteien im Weinland mit kritischen Äusserungen «begrünt» und so Grüne Forderungen in ihr Programm aufgenommen. An den gemachten Aussagen sind unsere vier Kantonsräte in den kommenden vier Jahren zu messen. In meinem Verständnis von Politik, wo nicht die Wahl der eigenen Person, sondern die Vertretung von ernsthaften, politischen Anliegen im Vordergrund stehen, ist dies ein Erfolg, für den es sich einzusetzen lohnt.

Luca Fasnacht, Benken, Weinländer Grüne


 

Grüne Liste für den Kantonsrat

Weinländer Grüne

Am 15. Dezember hat die Mitgliederversammlung der Weinländer Grünen in Benken eine Kandidatin und drei Kandidaten für die Kantonsratswahl im kommenden April nominiert:

Luca Fasnacht, (26, im Bild rechts) aus Benken ist Wirtschaftshistoriker und Politikwissenschafter und hat ein Zweitstudium als Jurist begonnen. Regina Frey, (66) aus Berg am Irchel ist Biologin und hat als Präsidentin der Stiftung Paneco ökologische Projekte in Indonesien und bei uns im Naturzentrum Thurauen initiiert. Thomas McAlavey (20, hinten rechts) aus Rheinau ist Landwirt. Thomas Feer, (56, hinten links) aus Unterstammheim arbeitet als Informatiker in einer kantonalen Bank.

Grüne Anliegen wie die Energiewende, der Atomausstieg, der Schutz von Kulturland und Lebensgrundlagen sind heiss diskutiert und finden Anerkennung und immer wieder auch Mehrheiten. Es ist Zeit für eine Grüne Vertretung im Kantonsrat, die sich engagiert für unseren Bezirk einsetzt.

Stark betroffen sind wir von den Plänen der Nagra für ein geologisches Tiefenlager für Atomabfälle im Weinland, wo wichtige Entscheide bevorstehen. Luca Fasnacht und Thomas Feer sind beide seit Jahren in der Regionalkonferenz aktiv engagiert. Sie setzen sich für eine verstärkte regionale Mitwirkung ein und möchten ihre konstruktiv-kritische Sicht auch auf Kantonsebene einbringen.

Luca Fasnacht

26, Benken, Wirtschaftshistoriker & Politikwissenschafter

Das Auswahlverfahren für ein Atommülllager muss transparent, ergebnisoffen und fair sein. Solange diese Grundvoraussetzungen nicht eingehalten werden, bleibt das Verfahren unsicher und ein Endlager abzulehnen.

Regina Frey

66, Berg am Irchel, Biologin, Präs. PanEco & Lindenmühle

Tragen wir Sorge zu unserer vielfältigen Natur, Wirtschaft und Kultur! Sie sind die Pfeiler eines starken Weinlands.

Thomas McAlavey

20, Rheinau, Landwirt, Mitglied Hornkuh-Initiative

Mit Respekt und Weitsicht nachhaltige Lösungen erarbeiten, bringt Natur, Mensch und Tier vorwärts. Deshalb: Biolandbau statt Atomstrom!  

Thomas Feer

56, Unterstammheim, Bank-Informatiker, Projektleiter

Es braucht einen ö.V . mit attraktivem Fahrplan und bezahlbaren Abonnementen. Beides leistet einen Beitrag zur Ökologie und zum Wohlergehen.